Badegäste retten gestrandeten Babywal

Diese Bilder geben uns den Glauben an die Menschheit zurück.

Wale zählen zu den größten Tieren der Erdgeschichte, und wer schon einmal das Glück hatte, einen von ihnen in freier Wildbahn zu beobachten, weiß genau, welch majestätischer Anblick das ist. Die Wale bewegen sich im Wasser, als wögen sie nicht Dutzende von Tonnen. Umso trauriger ist es, wenn eines dieser Tiere versehentlich strandet - und plötzlich ums nackte Überleben kämpft, niedergedrückt von seinem eigenen Gewicht.

So erging es nun einem kleinen Buckelwal vor der brasilianischen Atlantikküste. In der Kleinstadt Buzios wurden Badegäste von einem unglaublichen Anblick überrascht: Ein tonnenschweres Jungtier hatte sich scheinbar an den Sandstrand verirrt und lag vollkommen kraftlos mehrere Meter vom Wasser entfernt. 

Unter Wasser sind Masse und Gewicht der Meeresriesen perfekt an ihre Umgebung angepasst - doch landet ein solches Tier an Land, zwingt es die Erdanziehungskraft in die Knie. Das noch junge Tier wog "nur" etwa 15 Tonnen; ausgewachsene Buckelwale können es auf bis zu 30 Tonnen bringen. Doch selbst das vergleichsweise geringe Gewicht des Wales reichte aus, um ihn ans Ende seiner Kräfte zu bringen. Gestrandet lag er im Sand und drohte an seiner schieren Masse zu ersticken - doch zum Glück war er nicht allein, und Hunderte Menschen beschlossen: Diesem Tier müssen wir helfen.

In einer unglaublichen Aktion begannen sie, um den Wal herum einen Graben auszuheben, den sie mit Wasser füllten - und mit geballter Kraft bewegten sie das massive Tier immer weiter zum Ozean...

Wie es weiterging, liest du auf der nächsten Seite!

Warum stranden Wale eigentlich? Mit dieser Frage befasst sich die Wissenschaft schon seit Jahrhunderten, und es gibt viele mögliche Erklärungen für das traurige Phänomen. Häufig liegt es am Lärm im Meer.

Lärm im Meer, wie bitte? Ganz recht: Alle zehn Jahre verdoppelt sich der Lärmpegel unter Wasser, und die Leidtragenden sind vor allem Wale und Delfine, die sich per Echolot orientieren und durch von Menschen erzeugtem Lärm in die Irre geführt werden. Schiffsverkehr, Windkraftanlagen, Erdgas- und Erdölbohrungen, militärische Einsätze - all das erzeugt Krach, den wir Menschen über der Wasseroberfläche vielleicht nicht wahrnehmen, der jedoch den Tieren, die auf die "Stille" des Ozeans angewiesen sind, das Leben schwer macht. So kommt es, dass sich Wale und Delfine plötzlich nicht mehr orientieren können, sich in seichte Gewässer verirren, auf Grund laufen und meist nicht mehr die nötige Kraft haben, um sich selbst zu befreien.

So erging es auch dem armen kleinen Buckelwal in Brasilien - doch der hatte das Glück, auf Badegäste zu stoßen, die sich stundenlang darum bemühten, ihm zu helfen. Wie das Ganze ausging, siehst du im Video auf der nächsten Seite!

Dieses Video zeigt rührende Szenen: Zahllose Menschen packten gemeinsam mit an, um das Tier ins Meer zurückzubringen.

Der Wal wusste vermutlich gar nicht, wie ihm geschah, als Hunderte Badegäste um ihn herumwuselten, ihn schoben und mit Wasser bespritzten. Nach stundenlanger Arbeit war es dann jedoch endlich soweit: Mit letzter Kraft gab sich der kleine Wal einen Ruck und tauchte in die Fluten des Atlantiks zurück. Am Strand war die Freude groß, und zahlreiche Zuschauer hielten die Szenen auf Video fest. Ein letztes Winken mit der Flosse folgte, und der junge Wal verschwand im Ozean.

Nach all den Horrorgeschichten von Badegästen, die gestrandete Delfine und Wale sterben ließen, um das perfekte Selfie zu bekommen, ist diese Story Balsam für die Seele!