Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland aus: Wie giftig ist sie?

Eine spezielle Spinnenart treibt in Deutschland ihr Unwesen: Die Nosferatu-Spinne weitet sich in vielen Teilen des Landes aus. Wie giftig ist sie?

Die Nosferatu-Spinne breitet sich momentan in Deutschland aus
Quelle: IMAGO / agefotostock

Menschen mit Spinnenphobie müssen jetzt ganz stark sein: Denn in Deutschland treibt jetzt eine ganz spezielle Spinne ihr Unwesen. Die Nosferatu-Spinne verbreitet sich momentan in vielen Teilen des Landes aus und sorgt nicht nur bei Menschen, die Angst vor den Krabbeltierchen haben, für Panik. Denn die Nosferatu-Spinne ist giftig und daher anders als bei anderen Exemplaren nicht einfach nur ein lästiges Spinnentier, das rein durch ihr Äußeres für Schrecken sorgt. Noch bis vor 20 Jahren war die Nosferatu-Spinne nur im Mittelmeerraum zu finden – jetzt müssen besonders Bürger:innen aus diversen Teilen des Landes achtsam sein.

Wie giftig die Spinne ist und woran du sie erkennst, siehst du auf den nächsten Seiten:

Die Nosferatu-Spinne muss man von der Hauswinkelspinne unterscheiden
Quelle: IMAGO / agefotostock, IMAGO / blickwinkel

Woran erkennt man die Nosferatu-Spinne?

Die meisten Menschen schauen sich die Spinnen in ihrer Wohnung verständlicherweise nicht genau an, sondern wollen sie schnell nach draußen schicken. Die Nosferatu-Spinne, auch lateinisch Zoropsis Spinimana (links) genannt, erkennst du allerdings vor allem an ihrem robusten Körperbau und den kräftigen Beinen. Männchen können bis zu 13 Millimeter und Weibchen bis zu 19 Millimeter groß werden. Wegen ihrer Hafthaare an den Füßen kann sie auch an glatten Oberflächen wie z.B. Glaswänden hochklettern. Außerdem baut sie abgesehen von dem Kokon mit den Eiern kein Netz und läuft deshalb frei herum. Zudem hat sie charakteristisch einen schwarzen Fleck auf dem Hinterleib. Sie wird Nosferatu-Spinne genannt, weil viele auf dem Vorderkörper ein Gesicht erkennen, das Nosferatu gleicht. Oft wird sie mit der Hauswinkelspinne (rechts) verwechselt, die jedoch längere Beine und ein zarteres Aussehen hat. Zudem sind die Beine der Hauswinkelspinne undeutlich geringelt oder gefleckt. Die Hauswinkelspinne kann sich außerdem nicht an glatten Oberflächen festhalten.

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Warum breitet sich die Nosferatu-Spinne plötzlich aus?

Schuld an der relativ langsamen, aber sicheren Verbreitung der Spinnenart ist der Klimawandel. Denn durch die wärmeren Temperaturen fühlt sie sich nun nicht mehr nur im Mittelmeerraum, sondern auch hier in Deutschland pudelwohl. Es wird vermutet, dass sie mit dem stetig wachsenden Güterverkehr nach Deutschland gereist ist und sich nun hier einnistet. Zum ersten Mal wurde sie 2005 in Freiburg nachgewiesen, doch inzwischen gibt es auch Fälle in Bremen, Sachsen, NRW, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Erst vor Kurzem entdeckte eine Frau aus Ludwigsburg die Spinne in ihrem Schlafzimmer und konnte sie glücklicherweise einfangen. Aber auch andere Menschen stellen inzwischen fest, dass ein heimlicher Bewohner in ihrer Wohnung lebt und stellen ihre Funde auf Twitter, so wie dieser User hier.

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Wie giftig ist die Nosferatu-Spinne?

Inzwischen kriegt die Spinne in den sozialen Medien ziemlich viel Aufmerksamkeit. Das liegt vor allem daran, dass ihr Biss giftig ist. Zwar sind die meisten Bisse von Spinnen giftig, allerdings können die wenigsten Spinnentiere durch menschliche Haut beißen. Der Nosferatu-Spinne gelingt das allerdings, sodass sie ihr Gift im menschlichen Körper freisetzen kann. Man sollte jetzt aber nicht in Panik verfallen, denn ihr Gift ist für den Menschen meist ungefährlich. Vergleichbar ist es etwa mit einem leichten Bienen- oder Wespenstich. Wenn man allergisch ist, sollte man umso achtsamer sein. Die Spinne beißt aber auch nur, wenn sie gereizt wird, sodass von heiklen Attacken gegen sie abgesehen werden sollte. Generell ist es so, dass die Spinne eher vor dem Menschen flieht als andersherum. Näherst du dich ihr also, wird sie eher das Weite zu suchen als dich zu attackieren.

Die Nosferatu-Spinne sollte nicht getötet und lieber draußen ausgesetzt werden.
Quelle: IMAGO / agefotostock

Wie sollte man reagieren, wenn man die Nosferatu-Spinne entdeckt?

Am besten ist es wohl, die Spinne einzufangen und draußen auszusetzen. Denn wie bei allen Spinnen bittet der NABU, der Naturschutzbund Deutschland, die Tiere nicht zu töten. Wenn du sie einfangen willst, solltest du dies allerdings nicht mit bloßen Händen tun, sondern ein Glas mit einer Pappe verwenden. Für die Eier spinnt das Nosferatu-Weibchen ein Kokon und auch dies könnte sich in der Wohnung befinden. Wenn das Weibchen dieses bewacht, sollte man die Spinne mit einem Pinsel zur Seite schieben und nachdem man sie nach draußen gebracht hat auch den Kokon entfernen. Um sicherzugehen, dass die Eier nicht überleben, kann man sie auch einfrieren.

Wir hoffen, dass du nicht so schnell Bekanntschaft mit der Nosferatu-Spinne machen wirst!