Dieser Fisch läuft auf Beinen - unter Wasser!

Sowas hast du noch nicht gesehen.

Unser Planet hat einiges zu bieten: Nicht nur endlose Orte, auch unzählige Tierarten gibt es zu entdecken - insbesondere in den Tiefen unserer Ozeane. Eine der selten gesichteten Arten ist der Anglerfisch - dabei ist dieser wirklich ein ganz exotisches Tierchen, denn er hat Beine und kann laufen.

Die Evolutionstheorie besagt, dass die Bewohner des Meeres im Laufe der Jahrtausende allmählich an Land gingen und die Kontinente besiedelten, indem sie "Beine" (bzw. deren Vorläufer) entwickelten. Der Anglerfisch zeigt wie kein anderes Meereslebewesen, dass das keineswegs einem Fantasy-Roman entspringt, sondern durchaus möglich ist: Dieser Fisch hat nicht nur ausgeprägte Beine, sondern geht auch gern mit ihnen auf dem Meeresgrund spazieren.

Der Angler- oder Fühlerfisch, von dem es gegenwärtig 49 (bekannte) Arten gibt, verdankt seinen Namen der "Angel", die die meisten von ihnen vor sich hertragen und einsetzen, um kleinere Tiere anzulocken. Im Englischen hingegen nennt man ihn "Frogfish" - und wenn man sich seine Beine ansieht, weiß man sofort, wieso. Diese verwendet der Fisch, um sich an seine nichtsahnende Beute anzuschleichen...

Ein Video davon, wie zwei Anglerfische gemeinsam spazieren gehen (süß!), siehst du auf der nächsten Seite!

Anglerfische beherrschen zwei Gangarten: Das gemächliche Schlendern - wie im Video -, aber auch eine Art Galopp.

Beides kostet sie viel Mühe, denn Laufen unter Wasser ist keine leichte Aufgabe. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn Anglerfische sind von Natur aus eher gemütliche Tiere, die ihr ganzes Leben mehr oder weniger am selben Ort verbringen. Den Großteil des Tages liegen sie auf dem Meeresgrund auf der Lauer und sind dabei exzellente Tarnungskünstler, wie eine Art Chamäleon des Ozeans: Sie können die Farbe ihrer Haut wechseln - nur leider dauert dieser Prozess nicht nur wenige Sekunden, sondern durchaus mehrere Tage oder gar Wochen. Das macht aber nichts, da viele Anglerfische ohnehin gut an ihre Umgebung angepasst sind: Viele von ihnen ähneln Korallen oder mit Algen überwucherten Steinen. 

Haben sie eine Position gefunden, die ihnen gefällt, legen sie sich auf die Lauer und werfen wortwörtlich die Angel aus: Am Ende dieser Angel, die man "Illicium" nennt, hängt ein Auswuchs, der einem Wurm, einem Fisch, einer Garnele o. Ä. ähnelt. Damit wedeln sie einladend herum. Nichtsahnende Beutetiere stürzen sich auf diesen Köder und landen prompt im Magen des Anglerfisches. 

Wie diese Jagd aussieht, erfährst du im Video auf der nächsten Seite!

Diese Anglerfische wissen ihre Mittel gut einzusetzen und schwenken ihre Köder fröhlich herum.

Das Video zeigt dabei die Vielfalt der Fische und Köder: Während manche Anglerfische geradezu einen weiteren Fisch vor sich herumbaumeln haben, steht anderen nur ein kleines Würmchen zur Verfügung. 

Ist die Beute in Reichweite, reißt der Anglerfisch sein Maul beeindruckend weit auf und verschluckt den anderen Fisch in einem Stück. Das Ganze geht blitzschnell: Nur knapp sechs Millisekunden braucht der Anglerfisch, um seinen Kiefer weit zu öffnen. Das ist auch nötig, denn manchmal stürzt er sich auf Beute, die größer ist als er selbst!