Er findet ein gigantisches Ei. Was es wirklich ist, erstaunt die Wissenschaft

Dinosaurier-Nachwuchs?

José Antonio Nievas wollte nur eine Runde auf seinem Grundstück spazieren - als er einen Fund machte, dessen Bilder um die Welt gingen.

Der argentinische Bauer wohnt im Örtchen Carlos Spegazzini in der Nähe von Buenos Aires. Ihm gehört ein beträchtliches Fleckchen Land - zu viel, um jeden Grashalm zu kennen. Als ihm also beim Spaziergang entlang des Flusses auf seinem Grundstück etwas auffiel, was wie ein merkwürdig gemusterter Stein aussah, dachte er sich erst einmal nichts dabei. Er beschloss dennoch, das mysteriöse Ding, das im Schlamm am Flussufer vergraben war, genauer zu untersuchen, und machte sich ans Graben. 

Als er später nach Hause zurückkehrte und seiner Familie eröffnete, er habe ein Dinosaurier-Ei gefunden, gab es großes Gelächter - denn verständlicherweise hielten diese es für einen Witz. Doch Nievas meinte es ernst. Er hatte so lange im Schlamm gebuddelt, bis er ein gigantisches "Ei" zum Vorschein gebracht hatte. Einen Meter lang, schuppig und steinhart war sein Fund. In dem Glauben, ein wissenschaftliches Wunder ausgegraben zu haben, alarmierte Nievas die Behörden. Die rückten an - mit der Presse im Schlepptau, und schon verbreiteten sich die Bilder des vergrabenen Schatzes wie ein Lauffeuer...

Worum es sich dabei tatsächlich handelt, erfährst du auf der nächsten Seite!

Dabei handelt es sich zwar nicht um ein Dinosaurier-Ei - aber immerhin tatsächlich um eine Art Dinosaurier, nämlich um die Überreste eines sogenannten Glyptodons.

Okay, "Dinosaurier" ist vielleicht übertrieben - steinalt ist der Fund dennoch, denn die Glyptodons lebten im selben Zeitalter, dem Pleistozän, wie Mammuts, Säbelzahntiger und Co., das vor etwa zweieinhalb Millionen Jahren begann und etwa 10.000 Jahre v. Chr. endete.

Das Glyptodon gilt seit etwa 12.000 Jahren als ausgestorben; diese Überreste lagen dort also mindestens so lange, bis die Strömung des Flusses sie nach und nach ans Licht brachte, indem es die darüberliegenden Erdschichten abtrug. Das Glyptodon war ein Säugetier und ein Vorfahre der heutigen Gürteltiere. Mit gut anderthalb Tonnen Körpergewicht und mehr als drei Metern Körpergröße war das Glyptodon ein echter Gigant. Wissenschaftler vermuten, dass die Menschen für das Aussterben des Tieres verantwortlich waren; als die ersten Menschen nach Südamerika kamen, machten sie Jagd auf das Glyptodon, um dessen Panzer als "Dach" bzw. Schutz bei Stürmen zu verwenden. 

Sieh dir den beeindruckenden Fund im Video auf der nächsten Seite genauer an!

Einige Wissenschaftler zweifeln die Echtheit des Fundes an, da der Panzer noch nicht genau untersucht wurde.

Adrian Lister vom Museum für Naturkunde in London ist sich allerdings ziemlich sicher, dass der argentinische Bauer hier auf ein echtes Fossil gestoßen ist. "Der Panzer sieht aus wie ein echter Glyptodon-Panzer, und das Loch sind 'Gebrauchsspuren', nicht für den Kopf oder den Schwanz", sagt er.

Außerdem wäre ein solcher Fund für die Gegend nicht unüblich. Fossilien dieser Art werden in Südamerika recht "häufig" gefunden; schließlich war das Glyptodon dort verbreitet. Einen so gut erhaltenen Panzer findet man jedoch selten. Beeindruckend!