So trieb ihn dieses Selfie in den Ruin

Die Geschichte eines bizarren Rechtsstreits

So trieb ihn dieses Selfie in den Ruin
Quelle: Pixabay | Symbolbild

So sehr sich Tierfreunde in den meisten Fragen des Tierschutzes einig sind, gibt es doch eine Angelegenheit, bei der sich die Geister scheiden: Welche konkreten Rechte sollten Tiere haben? Ja, sie sollten nicht gequält werden, klar. Und ihr Lebensraum muss unbedingt geschützt werden. Wie sieht es aber mit so etwas wie Persönlichkeitsrechten aus?

Welche Brisanz diese Frage hat, zeigt sich an einem nun mittlerweile schon sechs Jahre andauernden Rechtsstreit. Im Mittelpunkt steht Naruto, ein Schopfmakaken-Affe, der auf der indonesischen Insel Sulawesi lebt. Der US-amerikanische Fotograf David Slater hatte damals ein Foto des bedrohten Tieres gemacht, das ihn mittlerweile in den Ruin getrieben hat. Denn es entbrannte die Frage: Ist Slater wirklich der Urheber des Fotos - oder nicht doch Naruto?

Worum genau es in dem Prozess ging und wie er verlief, lest ihr auf den nächsten Seiten!

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El famoso mono del selfie pierde los derechos de autor de su autoretrato. Un tribunal de San Francisco dictamina que el macaco #Naruto no puede ser el propietario de los derechos de autor del #selfie que se hizo accidentalmente con la cámara del fotógrafo británico David Slater durante un viaje a #Silawese en 2011. La simpática estampa se viralizó tanto, que el propio fotógrafo registró los derechos autor de la imagen para sacar partido de ella. Acto seguido la asociación animalista #PETA demandó a Slater por querer sacar beneficio de una foto que no había hecho él. Lee más en nuestra edición. Link en bio. Foto: Naruto, el macaco. #TheObjective #fotoperiodismo #photojournalism #NarutoSelfie #autorretrato #DavidSlater #photography #curiosidades #fotografia #derechosdeautor #copyright #TBT #throwbackthursday #🐵

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Quelle: Instagram

Slater hatte sich damals nach Indonesien aufgemacht, um eine Fotoserie mit den seltenen Affen zu schießen. Als er schließlich ihr Vertrauen gewann und merkte, dass sich die Tiere für das Klicken seiner Kamera interessierten, installierte er diese auf einem Stativ und ließ die Tiere abdrücken. Das berühmteste Foto, das dabei entstand, ist das Selfie von Naruto, das ihr oben sehen könnt. 

Schließlich veröffentlichte Slater einen Fotoband mit den geschossenen Bildern - das Affen-Selfie wurde allerdings Hunderte Male im Internet geteilt, womit sich niemand mehr für sein Buch interessierte. So erschien es auch auf "Wikimedia Commons", wogegen Slater als Urheber klagte. Das Gericht allerdings entschied überraschend: Naruto hatte den Auslöser bedient - aber weder Slater noch der Affe besitzen die Rechte an den Bildern, sie können frei im Internet veröffentlicht werden. Und als sei das nicht schon ein herber Schlag für den Fotografen gewesen, mischte sich die Tierschutzorganisation PETA ein ...

Wie es dann weiterging, lest ihr auf der nächsten Seite.

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Was PETA gerichtlich forderte, war, dass Naruto als Urheber des berühmten Selfies gelten solle - mit den damit verbundenen Persönlichkeitsrechten. Die Tierschützer argumentierten, der Affe habe bewusst und willentlich den Auslöser bedient, womit das Foto ihm gehöre. Die Einnahmen, die der Affe dadurch erzielt habe, sollten an einen Naturschutzfond zum Schutz der seltenen Schopfmakaken gehen. 

Slater wurde nach eigenen Aussagen finanziell und emotional durch die Prozesse ruiniert - und hält das ganze für eine Farce. "Ich wünschte, ich hätte die verdammten Fotos nie gemacht", erzählte er schließlich. Zum eigentlichen Prozess konnte er gar nicht anreisen - er hatte schlicht kein Geld mehr. Als Fotograf arbeitet er mittlerweile auch nicht mehr. Er hat die Kamera an den Nagel gehängt und verdient sein Geld nun als Tennislehrer.

Der Prozess endete dieses Jahr in einem Vergleich zwischen PETA und Slater; die Summe ist nicht bekannt. Und auch, wenn nun immer noch nicht juristisch geklärt ist, ob dem Affen nun derartige Persönlichkeitsrechte zukommen oder nicht - die Diskussion unter Tierfreunden dürfte ob dieses spektakulären Falls nun noch heftiger verlaufen.