Waschbären aus Haus und Garten vertreiben? Tierfreundliche Tipps
Poltern im Haus oder Verwüstung im Garten? Mit diesen einfachen Hausmitteln vertreibst du Waschbären wirksam – ganz ohne Fallen!
Waschbären in Haus und Garten machen oft Ärger. Sie poltern nachts, machen Mülltonnen auf oder machen die Dämmung kaputt. Fallen oder Gift helfen oft nicht und sind überhaupt nicht tierfreundlich oder sogar verboten. Also was kann man tun? Mit diesen einfachen Hausmitteln kannst du Waschbären schnell und ohne Gewalt von deinem Anwesen vertreiben.
Warum gibt es eigentlich so viele Waschbären in Deutschland?
Ursprünglich kommen Waschbären gar nicht aus Deutschland, sondern aus Nordamerika. Menschen brachten die Tiere vor rund 100 Jahren nach Europa. Sie wollten ihr weiches Fell für Kleidung nutzen. Einige Waschbären sind damals aus Gehegen entkommen, andere wurden mit Absicht in die Natur freigelassen.
Seitdem haben sich die Tiere bei uns extrem stark vermehrt. Das liegt vor allem daran, dass Waschbären echte Überlebenskünstler sind. Sie finden bei uns reichlich Nahrung in Gärten, Feldern und Mülltonnen. Außerdem haben sie in Deutschland kaum natürliche Feinde wie Wölfe oder Luchse.
Weil der Mensch den Waschbären so viel Essen und gute Verstecke bietet, fühlen sich die Schlauen Raubtiere in unseren Städten und Dörfern pudelwohl. Sie haben gelernt, dass es in der Nähe von Häusern besonders leicht ist, satt zu werden.
Wo schlafen Waschbären tagsüber und wie findest du ihr Versteck?
Waschbären sind nachtaktiv. Das bedeutet, sie schlafen den ganzen Tag und werden erst in der Dämmerung munter. In der Natur schlafen sie am liebsten in hohen Baumhöhlen oder alten Dachsbauen. In der Nähe von Menschen nutzen sie am liebsten dunkle, ruhige und warme Orte. Das sind meistens Dachböden, Schuppen, Garagen oder Holzhaufen im Garten.
Du willst wissen, wo sich der Waschbär versteckt hat? Achte am besten auf diese Spuren:
- Geräusche: Tagsüber hörst du ab und zu ein leises Scharren, Rascheln oder Fiepen.
- Spuren: Suche nach kleinen Kot-Haufen (ähnlich wie von kleinen Hunden) oder Pfoten-Abdrücken, die wie kleine Hände aussehen.
- Kot- und Urinflecken: Oft hinterlassen die Tiere dunkle Flecken an Wänden oder der Decke.
- Der Mehl-Trick: Streue abends etwas Mehl vor verdächtige Lücken im Dach oder Schuppen. Am nächsten Morgen siehst du an den Pfotenabdrücken genau, wo das Tier herausgekommen ist.
Darfst du Waschbären töten oder selbst fangen?
Die Antwort ist klipp und klar: Nein!
Als Privatperson darfst du Waschbären weder töten noch fangen. Der Waschbär steht in den meisten Bundesländern unter dem Jagdrecht. Das heißt: Nur ein Jäger oder Stadtjäger darf das Tier fangen oder erlegen.
Wenn du als Hausbesitzer*in selbst Fallen aufstellst oder ein Tier tötest, machst du dich strafbar. Das gilt als Wilderei und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Es drohen extrem hohe Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro oder im schlimmsten Fall sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu 3 Jahren. Auch das Füttern von Waschbären ist an vielen Orten verboten und kann Bußgelder nach sich ziehen, da das Füttern als Ordnungswidrigkeit zählt. In den meisten Städten kostet es bis zu 5.000 Euro Bußgeld. In einigen Bundesländern wie Hessen oder Thüringen drohen bei schwerem Verstoß sogar bis zu 25.000 Euro.
Selbst Jäger dürfen im Wohngebiet nicht einfach eingreifen. Melde Probleme im Zweifel der Jagdbehörde. Der beste Weg bleibt aber immer: Vertreibe den Waschbären mit sanften Methoden von deinem Grundstück!
Was tun, wenn du im Frühjahr Waschbären-Babys entdeckst?
Zwischen März und Mai bekommen Waschbären Nachwuchs. Hörst du in dieser Zeit Geräusche auf dem Dachboden, zieht dort vermutlich eine Mutter ihre Welpen auf.
Jetzt musst du besonders vorsichtig sein. Im Frühjahr gilt die Schonzeit zum Schutz der Jungtiere. Du darfst das Versteck auf keinen Fall einfach verschließen oder die Mutter aussperren. Sonst verhungern die Babys hilflos auf dem Dachboden.
Das ist nicht nur grausam, sondern verstoßen auch schwer gegen das Tierschutzgesetz. Wer Waschbären-Babys von der Mutter trennt oder das Nest zerstört, riskiert hohe Bußgelder von bis zu 5.000 bis 10.000 Euro oder sogar eine Strafanzeige.
Lasse das Nest im Frühjahr unbedingt in Ruhe. Hole dir Hilfe von Expert*innen oder der Jagdbehörde. Sie wissen genau, wie man die Familie sicher und legal vertreibt, sobald die Jungen alt genug sind.
Sonst gilt aber:
Starken Essig und scharfe Gewürze nutzen
Waschbären haben eine sehr empfindliche Nase. Gerüche, die wir Menschen schon stark finden, stören den Waschbären extrem. Das kannst du gut nutzen, um das Tier zu vertreiben. Am besten nimmst du alte Stofflappen und machst sie richtig nass mit Essig oder Essigessenz. Lege diese feuchten Lappen an die Orte, wo der Waschbär oft schläft oder entlangläuft z.B. auf die Mülltonnen.
Auch scharfe Gewürze helfen sehr gut. Du kannst Pfeffer, Chili oder Cayennepfeffer verwenden. Dann streust du das Pulver einfach auf die Wege des Waschbären oder direkt vor sein Versteck (wenn man das kennt). Der scharfe Geruch tut dem Tier in der Nase weh. Der Waschbär fühlt sich an diesem Ort nicht mehr wohl. Er packt seine Sachen und sucht sich freiwillig ein neues Zuhause.
Denke aber daran: Der Geruch von Essig wird nach ein paar Tagen schwächer. Mache die Lappen deshalb regelmäßig wieder neu mit Essig nass. Nur so bleibt die Wirkung stark genug.
Mit Hundehaaren einen Feind vortäuschen
Waschbären sind im Grunde sehr ängstliche Tiere. Sie meiden Orte, an denen Gefahren auf sie warten. Hunde sind für Waschbären Feinde. Das kannst du für dich nutzen. Sammle einfach seine ausgebürsteten Haare auf. Du kannst auch Freunde fragen, die einen Hund haben. Fülle die Hundehaare in kleine Beutel aus Stoff. Du kannst sie aber auch einfach so im Garten, auf dem Dachboden oder bei den Mülltonnen verteilen.
Riecht der Waschbär den Hund, bekommt er Angst. Er denkt, dass der Hund gleich um die Ecke ist. Er fühlt sich unsicher und macht einen großen Bogen um dein Haus.
Im Haus hält der Geruch viele Wochen lang. Im Garten solltest du die Haare nach starkem Regen austauschen, weil das Wasser den Geruch wegwäscht.
Ammoniak oder Toilettensteine als Geruchs-Barriere
Neben Essig und scharfen Gewürzen helfen noch andere starke Düfte gegen Waschbären. Die Tiere sind sehr sauber und meiden stechende chemische Gerüche. Ein altes Hausmittel für den Schuppen oder Dachboden ist Ammoniak.
Mache dafür alte Lappen mit etwas Ammoniak-Reiniger nass und lege sie in eine kleine Schale. Auch stark riechende Toilettensteine erfüllen diesen Zweck sehr gut.
Der scharfe Geruch breitet sich im Raum aus. Für die empfindliche Waschbärennase ist das kaum auszuhalten. Das Tier verlässt den Ort schnell, weil es dort nicht mehr schlafen kann.
Nutze diese Methode aber nur in Räumen, in denen du dich selbst nicht dauerhaft aufhältst. Der Geruch ist nämlich auch für Menschen streng. Erneuere die Lappen oder Toilettensteine alle paar Tage, damit der Gestank intensiv bleibt.
Sind Waschbären gefährlich für Menschen und welche Krankheiten übertragen sie?
Grundsätzlich sind Waschbären scheue Tiere. Sie greifen Menschen nicht einfach so an. Gefährlich werden sie meist nur, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen oder ihre Jungen verteidigen wollen. Dann können sie beißen oder kratzen.
Die viel größere Gefahr geht jedoch unsichtbar von ihren Krankheiten aus. Besonders gefährlich ist der sogenannte Waschbärspulwurm. Dieser Parasit lebt im Darm des Tieres. Seine Eier werden über den Kot ausgeschieden und sind extrem widerstandsfähig. Wenn Kinder beim Spielen im Garten oder im Sandkasten versehentlich mit dem Kot in Berührung kommen, können die Eier in den Körper gelangen (Eine Ansteckung passiert, wenn die unsichtbaren Eier in den Mund geraten. Das nennt man eine „Schmierinfektion“. Das passiert besonders schnell bei Kindern: Sie fassen beim Spielen im Garten in die Erde, in den Sandkasten oder an verunreinigte Gegenstände. Danach stecken sie sich die ungewaschenen Hände, Spielzeug oder Schmutz direkt in den Mund). Das kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen.
Entsorge Waschbärkotsspuren im Garten deshalb niemals mit bloßen Händen! Trage immer Handschuhe und einen Mundschutz und koche die Stelle am besten mit heißem Wasser ab.
Mülltonnen richtig sichern und Gelbe Säcke schützen
Waschbären kommen meistens in deinen Garten, weil sie Essen suchen. Deine Mülltonne ist für sie ein Leichtes: Mit ihren geschickten Pfoten öffnen sie den Deckel mühelos oder werfen die Tonne einfach um.
Sichere deine Bio- und Restmülltonnen deshalb gut ab. Im Baumarkt gibt es spezielle Mülltonnenschlösser zu kaufen. Du kannst den Deckel nachts aber auch einfach mit einem schweren Stein beschweren oder mit einem Spanngurt festbinden.
Am besten stellst du die Tonnen in eine verschlossene Garage oder ein Schuppen. Wenn der Waschbär bei dir kein Essen mehr findet, verliert er schnell das Interesse und zieht weiter.
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