Winter-Mythen über Hunde: Diese Irrtümer musst du vermeiden!
Fell schützt nicht immer: Diese Winter-Mythen über Hunde sind weitverbreitet – und manchmal sogar gefährlich. So schützt du deinen Vierbeiner.
Wenn wir frieren, denken wir schnell: Mein Hund friert bestimmt auch. Oder wir glauben, sein Fell reicht als Schutz vor Kälte völlig aus. Stimmt das wirklich? Rund um Hunde im Winter kursieren viele Mythen – einige harmlos, andere riskant. In dieser Übersicht zeigen wir dir, was du über deinen Hund in der kalten Jahreszeit wirklich wissen musst. Damit dein Vierbeiner gut geschützt durch den Winter kommt.
Mythos #1 Im Winter müssen Hunde mehr fressen
Viele Tierbesitzer*innen sind der Meinung, dass ihr Hund während der Wintermonate mehr Futter braucht, um Winterspeck anzusetzen. Allerdings trifft das nicht auf jedes Tier zu. Wenn dein Hund den Winter mit dir gemütlich auf dem Sessel vor der Heizung verbringt, verbraucht er womöglich sogar weniger Kalorien als im Sommer. Ein sehr aktives Tier mit vielen Spielstunden im Schnee könnte einen höheren Kalorienbedarf haben. Das Ammenmärchen stammt noch aus der Zeit der Schlittenhunde. Sie brauchten (und brauchen) im Winter mehr Futter, weil sie sich beim Ziehen der Schlitten verausgabt haben.
Mythos #2 Hunde frieren nicht
Wir kuscheln uns in unsere Felljacke, dein Hund braucht das nicht. Immerhin hat er ja eigenes Fell, oder? Tatsächlich reicht das Fell vieler Hunde nicht aus, um vollständig gegen Kälte zu schützen. Jede Hunderasse hat einen anderen Fellaufbau, manche Tiere wie Huskys haben eine dicke Unterwolle und frieren durch ihre Fettschicht weniger. Ein kleiner Chihuahua oder auch eine andere kurzhaarige Hunderasse friert im Schnee genauso wie du. Manche ältere Tiere bekommen nicht unbedingt Kälteprobleme, aber Beschwerden im Bereich der Gelenke. Nicht zu vergessen sind die empfindlichen Pfötchen, die bei Eis, Schnee und vor allem Splitt schnell schmerzen.
Mythos #3 Hunde dürfen Schnee fressen
Die Behauptung, dass Schnee für den Hundemagen harmlos ist, stimmt leider auch nicht. Wir gönnen unseren Vierbeinern jeden Spaß und so mancher Hund liebt es, eine Portion Schnee wegzuknabbern, hier solltest du aber „Nein“ sagen! Schnee ist eiskalt und kann schon allein dadurch auf den Magen schlagen. Hinzu kommt, dass der Schnee auf dem Boden liegt und dort jede Menge Schmutz ist. Und wenn sich dann noch ein Stück Streusalz oder Splitt ins „Schnee-Eis“ verirrt hat, ist das auch nicht gesund.
Mythos #4 Hunden macht Schnee nichts aus
Gehört dein Hund auch zu den Schneeliebhabern und würde die Flocken am liebsten den ganzen Tag jagen? Solange es genug Pausen gibt, spricht nichts dagegen. Doch Hunde sind nicht kälteresistent, selbst wenn das Fell sie wärmt. Spätestens die unbedeckten Pfoten werden zum Problem. Zwischen den Zehenballen können sich Eiskristalle bilden, die dein Tier beim Laufen belasten und schmerzen. Du kannst das Fell kürzen (lassen), um dem Problem im Winter vorzubeugen. Zeigt dein Hund allerdings schmerzhafte Reaktionen auf Schnee und Eis, sollte er dringend ins Warme oder benötigt Hundeschuhe für den Winter.
Mythos #5 Streusalz schadet Hunden nicht
Hast du auch schon mal gehört, dass das bisschen Streusalz einem Hund doch nichts ausmacht? Das ist ein Irrglaube, den so mancher Vierbeiner mit schmerzenden Pfötchen bezahlt. Die dicken Tatzen deines Hundes sind zwar robust, doch Steinchen und Salz können reizend wirken. Sind erst einmal kleine Risse entstanden, schmerzt das Laufen und dein Hund beginnt womöglich zu lecken. Das wiederum kann Infekte begünstigen und der Kreislauf beginnt. Vor dem Spazierengehen hat sich eine Schicht Pfotenbalsam bewährt. Er schützt die sensible Haut und verhindert in vielen Fällen, dass sich Risse binden. Nach dem Gassigang entfernst du Salz oder Splitt vorsichtig mit einem Mikrofasertuch.
Mythos #6 Hunde sind im Winter fauler
Bestimmt kennst du den alten Spruch, dass man bei schlechtem Wetter keinen Hund vor die Tür jagt. Mancher Vierbeiner bleibt tatsächlich lieber auf dem Sofa, wenn es draußen kalt ist. Ganz ohne Bewegung fühlt sich aber kein Tier wohl. Du kannst die Länge der Spaziergänge verkürzen, wenn dein Hund eher zum Typus Couchkartoffel gehört, Rausgehen bleibt aber weiter wichtig. Auch wir Menschen sollten nicht den gesamten Winter auf dem Sofa verbringen, denn wir wissen alle: Wer rastet, der rostet. So ein kleiner Spaziergang hält Mensch und Hund im Winter fit, danach fühlt sich der Kuschelplatz zu Hause auch noch einmal so schön an.
Mythos #7 Hundemäntel sind Kitsch
Viele Menschen schütteln empört den Kopf oder zeigen sich irritiert, wenn ein Hund einen Mantel trägt. Meist handelt es sich um Personen ohne Hund im Haus. Der Mantel ist allerdings selten nur ein Accessoire, sondern erfüllt einen Mehrwert. Wir haben oben schon erklärt, dass einige Hunderassen schneller frieren als andere. Kurzhaarige Tiere und solche ohne Unterwolle und wärmende Fettschicht benötigen im Winter Schutz. Ganz nebenbei hilft der Mantel auch bei Regen und Wind, beides finden auch Hunde nicht besonders angenehm.
Mythos #8 Hunde trocknen von allein
Nach einem Spaziergang im Schnee oder Regen schüttelt dein Hund sein Fell kräftig aus. Macht er das in der Wohnung, wirst du um Lappen und Eimer nicht drumherum kommen. Allerdings bleibt das Fell trotzdem feucht, ähnlich wie die Wäsche nach dem Schleudergang. Kälte und Feuchtigkeit dringen bis zur Haut vor und können hier zu Hautreizungen führen. Außerdem friert dein Vierbeiner schneller, wenn er nicht schnell genug trocknet. Bevor sich der Hund also nass ins Körbchen kuschelt, rubble ihn mit einem trockenen Handtuch gründlich ab. Wenn er es sich gefallen lässt, kannst du ihn auch föhnen. Achte auf eine milde Temperatur und halte Abstand.
Mythos #9 Hunde verkühlen sich nicht
Der Mythos hält sich hartnäckig, allerdings ist er falsch. Ein Hund kann sich genauso unterkühlen wie Menschen, vor allem wenn er wenig Unterwolle hat oder zu den älteren Tieren gehört. Auch sehr schlanke Vierbeiner sind gefährdet. Wenn dein Hund beim Spaziergang zittert, seinen Rücken krumm macht oder sich nur noch langsam bewegt, solltest du aufmerksam werden. Ein frierender Hund möchte ins Warme oder zumindest einen Mantel anziehen, um sich vor der Kälte zu schützen. Wie beim Menschen auch, führt Unterkühlung nicht zwingend zur Erkältung, dafür braucht es Viren. Die Immunabwehr wird bei frierenden Lebewesen aber schnell schwächer.
Mythos #10 Dunkles Fell wärmt besser
Vielleicht kennst du Sprüche wie: „Schwarz macht schlank“? Einen ähnlich lautenden Mythos gibt es unter Hundehalter*innen. Teilweise geht man davon aus, dass Hunde mit dunklem Fell weniger sensibel sind und folglich bei Schnee weniger stark frieren. Das ist ein Mythos und Irrglaube, die Fellfarbe hat keinen Einfluss darauf, ob das Tier friert. Der Irrtum kommt daher, dass schwarze Bekleidung im Sommer Sonnenstrahlen absorbiert. Aber auch hier kommt es auf die Art der Kleidung an und beim Hund auf die Art des Fells. Allein von der Farbe auf das Kälteempfinden zu schließen, sorgt für einen frierenden Hund.