Mythen über Katzen in der Kälte: Was im Winter wirklich stimmt – und was nicht

Auch Katzen spüren, dass es im Winter kühler wird. Um die geliebten Vierbeiner ranken sich allerdings zahlreiche Mythen. Was davon stimmt, verraten wir.

Über das Verhalten von Katzen bei Kälte gibt es viele Theorien.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

Katzen sind doch kälteresistent – oder? Sie gehen bei Schnee raus, kalte Pfoten stören sie nicht? Viele glauben das. Doch hinter solchen Aussagen stecken oft alte Mythen – und manche können Katzen sogar schaden. Gerade im Winter zeigen sich Verhaltensweisen, die falsch gedeutet werden. Was stimmt wirklich, und wo liegen gefährliche Irrtümer? Hier erfährst du, was Katzen jetzt wirklich brauchen – und was du besser lassen solltest.

Tatsächlich bleiben viele Stubentiger im Winter lieber drinnen.
Quelle: IMAGO / Westend61

Mythos #1 Katzen bleiben im Winter lieber zu Hause

Viele Katzen zieht es im Winter tatsächlich häufiger ins Warme zurück. Das heißt aber nicht automatisch, dass jedes Tier lieber drinnen bleibt. Manche Freigänger lieben ihre Routinen und streifen auch bei Minusgraden durchs Revier. Trotzdem darfst du nicht vergessen, dass die frühe Dunkelheit und die Kälte auch den Rhythmus deiner Katze beeinflussen können. Manche Tiere kehren früher heim, wenn es dunkel wird, möchten aber trotzdem nicht auf ihre Outdoor-Abenteuer verzichten. Wichtig ist, dass du deinem Stubentiger jederzeit einen warmen Rückzugsort anbietest.

Manche Katzen sind im Winter etwas anhänglicher als im Sommer.
Quelle: IMAGO / blickwinkel
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Mythos #2 Die Katze schmust im Winter lieber

Deine Samtpfote wird im Winter zur echten Kuschelmaus und läuft dir ständig hinterher? Das könnte daran liegen, dass du Wärme ausstrahlst und Katzen es gerne angenehm kuschelig mögen. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass jede Katze im Winter nur noch auf dem Schoß sitzt und kuscheln mag. Stattdessen ist das Verhalten deiner Katze eher abhängig vom Charakter. Hast du eine winterliche Schmusekatze, genieße es, erwarte es aber nicht als Pflichtprogramm, sobald es kalt wird.

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Manche Katzen wirken im Winter träger und sind eher müde.
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Mythos #3 Das Verhalten von Katzen ist im Winter ruhiger

Deine sonst so aktive Katze liegt im Winter stundenlang auf dem Sessel und döst vor sich hin? Daran steckt in vielen Fällen der natürliche Biorhythmus. Draußen gibt es weniger zu sehen, die Sonne scheint seltener und die Tage sind kürzer. Auch wir Menschen liegen dann lieber lange auf dem Sofa und relaxen. Daraus kannst du aber ebenfalls keine Faustregel machen, denn viele Katzen benötigen im Winter sogar noch mehr Beschäftigung. Wenn sie ihre Revierstreifgänge verkürzen, brauchen sie drinnen Aktivität mit dem Menschen.

Evolutionär bedingt haben Katzen im Winter eine dickere Fettschicht.
Quelle: IMAGO / blickwinkel B.Rainer

Mythos #4 Katzen werden im Winter dick

Der Mythos, dass Katzen im Winter dicker werden, hält sich hartnäckig. Tatsächlich kommt das stark aufs Verhalten deines Tieres an. Katzen haben eine Fettschicht, die sie im Winter vor Kälte schützt. Für Freigänger ist sie besonders wichtig, weil sie zusätzlich zum Winterfell isoliert und wärmt. Bei Freigängern steigt auch der Kalorienbedarf, denn sie brauchen zum Wärmen mehr Energie. Indoor-Katzen benötigen kein zusätzliches Futter, nehmen aber auch nicht zwingend zu. Nur wenn die Bewegung bei gleicher Energiezufuhr deutlich abnimmt, kann das einige Gramm auf der Waage ausmachen.

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Auch im Winter musst du deine Katze nicht einsperren.
Quelle: IMAGO / Westend61 World

Mythos #5 Katzen müssen im Winter drinnen bleiben

Viele Menschen sind erschrocken, wenn sie im Winter einer Freigängerkatze begegnen. Sie glauben, dass die Tiere bei Kälte nichts vor der Tür zu suchen haben. Das stimmt so nicht, denn gesunde Freigänger kommen auch im Winter draußen zurecht. Voraussetzung ist, dass sie jederzeit zurück ins Warme können. Deine Katze muss nicht drinnen bleiben, sie sollte aber einen warmen und isolierten Rückzugsort vorfinden, selbst wenn du nicht zu Hause bist. Für reine Wohnungskatzen ändert sich ohnehin nichts, außer vielleicht das Sichtfeld am Fenster.

Auch Katzen können bei eisigen Temperaturen frieren.
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Mythos #6 Katzen frieren nicht

Die Katze hat Fell und im Winter sogar Winterfell. Das schützt, je nach Rasse, gut vor Kälte, isoliert aber nicht vollständig. Sehr schlanke Tiere, alte Katzen oder solche mit kurzen Haaren frieren schneller als langhaarige und agile Tiere. Es ist ein Mythos, dass Katzen von Natur aus resistent gegen Kälte sind. Einige Tiere kommen gut klar, andere überhaupt nicht. Besonders kühl wird es übrigens, wenn du deine Katze in der Transportbox zur Tierarztpraxis bringst. Darin kann sie sich nicht bewegen und wärmen, ohne Schutz friert sie genauso schnell wie du, wenn du keine Jacke trägst.

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Schneelandschaften erschweren für Katzen die Orientierung durch die Nase.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

Mythos #7 Katzen finden auch im Winter den Heimweg

Eine Katze findet immer den Weg nach Hause, so besagt zumindest der Mythos. Im Winter verändert sich allerdings die Orientierung, denn Kälte, Dunkelheit und Schnee verändern die Gerüche. Eine Katze orientiert sich mehr mit der Nase als mit ihren Augen. Im Winter ist die Gefahr des Verlaufens höher. Gerade wenn du neu in eine Gegend gezogen bist und deine Katze sich das Revier noch nicht vollständig eingeprägt hat, kann das die Orientierung beeinflussen. Um sicher zurückzukommen, benötigt deine Katze immer eine offene Tür (oder ein Fenster) und einen warmen Ort, zu dem sie rund um die Uhr Zugang hat.

Katzen sehen im Dunklen lediglich besser als Menschen.
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Mythos #8 Katzen sehen in Dunkelheit perfekt

Katzen haben beeindruckende Augen, aber perfekt sind sie nicht. Ihr Nachtsehen ist besser als unseres, doch Schnee, das Licht von Laternen und Reflexionen können sie im Winter irritieren. Bei kompletter Dunkelheit sieht deine Katze übrigens auch nicht alles, sie braucht Restlicht. Der Mythos vom laufenden Nachtsichtgerät hält sich zwar hartnäckig, stimmt aber nur zur Hälfte. Katzen können ebenso wie du stolpern oder sich verschätzen. Gerade bei älteren Tieren kann die Sehkraft nachlassen, vor allem bei Dunkelheit.

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Heizungen spenden zwar Wärme, sind aber nicht ganz unbedenklich.
Quelle: IMAGO / CHROMORANGE

Mythos #9 Heizungen sind für Katzen unbedenklich

Katzen lieben warme Plätze, die trockene Heizungsluft ist für Samtpfoten aber nicht ideal. Sie kann die Haut von empfindlichen Tieren austrocknen und die Atemwege reizen. Manchmal wirkt sogar das Winterfell stumpf, weil die Luft im Raum zu trocken ist. Auch eine Katze ist gegenüber dem Raumklima nicht völlig unempfindlich. Sie passt sich zwar besser an, überheizte Räume können aber gerade für Freigänger ein Problem darstellen. Indem du regelmäßig lüftest oder sogar einen Luftbefeuchter nutzt, sorgst du für ein angenehmes und gemütliches Klima für dich und deine Katze.

Der Wasserbedarf deiner Katze hängt nicht nur von der Temperatur ab.
Quelle: IMAGO / Zoonar Dmitrii Marchenko

Mythos #10 Katzen müssen im Winter nichts trinken

Eine gesunde Katze mit optimaler Ernährung trinkt wenig, weil sie ihren Flüssigkeitsbedarf großteils über die Nahrung deckt. Nun gehen viele Menschen automatisch davon aus, dass der Stubentiger im Winter auf Wasser verzichten kann. Tatsächlich kann es passieren, dass deine Samtpfote seltener trinkt und mehr Wasser im Napf zurückbleibt. Trotzdem solltest du das Wasser zu jeder Jahreszeit regelmäßig frisch auffüllen, insbesondere wenn deine Katze Trockenfutter frisst. Trinkbrunnen und lauwarmes Wasser motivieren deine Katze zum Trinken.

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