Urlaub mit Hund: Was ist bei Autofahrten mit Hunden zu beachten?
Menschen, die ihren Hund mit in den Urlaub nehmen, fahren meist mit dem Auto. Doch auch dabei solltest du auf bestimmte Dinge achten
Für viele Familien gehört der Hund ohne wenn und aber mit dazu. Das bedeutet vor allem im Sommer auch, dass die geliebte Fellnase mit in den Urlaub kommt. Das gilt es dann allerdings nicht nur bei der Planung zu beachten und auf hundefreundliche Städte, Strände und Co zu achten, sondern eben auch bei der Reise an sich. Die Flugzeugreise kann für das Tier einen enormen Stress und viele Risiken mit sich bringen, weswegen sich die allermeisten Familien dazu entschließen, mit dem Auto zu verreisen. Doch auch hier gibt es wichtige Dinge zu beachten, damit auch schon der Einstieg in die langersehnten Ferien möglichst reibungslos gelingt.
Hier kommen die wichtigsten Tipps für eine lange Autofahrt mit Hund:
Den Hund ans Autofahren gewöhnen
Ist der Hund nicht so sehr ans Autofahren gewöhnt, ist es gut, vor der Reise zu prüfen, ob der Hund das Fahren im Auto verträgt. Dazu kann ein Ausflug in ein Naherholungsgebiet eine gute Gelegenheit darstellen. Dann so verbindet der Hund das Autofahren auch gleich mit einem positiven Erlebnis: mit einem schönen Spaziergang in der Natur. Verträgt der Hund das Autofahren gar nicht, kann eventuell das Gespräch mit dem oder der Tierärzt*in und mögliche Reisemedikamente helfen. Wirkstoffe wie Maropitant blockieren das Brechzentrum im Gehirn, lindern die Übelkeit auf langen Reisen effektiv und lassen den Hund entspannen. Menschliche Reisetabletten sollten wegen potenziell gefährlicher Nebenwirkungen keinesfalls verabreicht werden. Als pflanzliche oder homöopathische Alternativen bieten sich Nux vomica, Bachblüten oder Cocculus an, um die Anspannung zu senken.
Es gibt aber noch andere wichtige Tipps gegen die Reiseübelkeit:
Reiseübelkeit bei Hunden verhindern
Genau wie Menschen können auch Hunde von Reiseübelkeit betroffen sein – Schätzungen zeigen sogar, dass etwas 15-20% der Tiere an Reisekrankheit leiden. Besonders Welpen leiden häufig darunter, da ihr im Innenohr liegendes Gleichgewichtsorgan erst im Alter von drei bis vier Monaten vollständig ausgebildet ist. Wenn das Gehirn die Bewegungsreize des Autos nicht mit den visuellen Eindrücken abgleichen kann, kommt es zu einer Fehlermeldung, die sich durch vermehrtes Speicheln, Schlucken oder Erbrechen äußert.
Neben rein körperlichen Ursachen kann auch Angst der Auslöser sein. Hier hilft ein schrittweises, geduldiges Training: Halter*innen sollten ihren Hund frühzeitig an eine Transportbox und zunächst an sehr kurze Fahrten gewöhnen. Eine besonders ruhige Fahrweise ohne starkes Bremsen hilft.
Bezüglich der Fütterung gibt es individuelle Unterschiede: Während einige Hunde am besten nüchtern bleiben, neigen stressanfällige Tiere auf leeren Magen zu überschüssiger Magensäure und gelblichem Schaum. Ihnen helfen mehrere kleine Mahlzeiten vor der Abfahrt. Tritt die Übelkeit unterwegs dennoch akut auf, empfiehlt sich ein sofortiger Zwischenstopp für einen beruhigenden Spaziergang sowie eine anschließende, vorausschauende Weiterfahrt.
Kurze Reisen planen: Ostsee, Dänemark und Österreich
Nicht jede Reise mit Hund muss weit führen – oft sind die schönsten Ziele ganz nah. Die Ostseeküste etwa bietet viele hundefreundliche Strände und Unterkünfte. Auch Dänemark ist als ausgesprochen hundefreundliches Land bekannt: Hunde sind dort in vielen Cafés und Geschäften willkommen. Österreich punktet mit hündisch erkundbaren Berglandschaften und einer hervorragenden touristischen Infrastruktur für Vierbeiner. Kürzere Fahrtzeiten bedeuten weniger Stress für Hund und Halter – ein entscheidender Vorteil bei der Reiseplanung.
Grenzübertritt mit Hund richtig planen
Für Reisen ins europäische Ausland benötigt der Hund einen gültigen EU-Heimtierausweis mit eingetragener Microchip-Nummer sowie einen aktuellen Tollwut-Impfschutz. Für einige Länder, etwa Großbritannien oder Finnland, gelten strengere Einreiseregeln. Auch innerhalb der EU gibt es Unterschiede: Dänemark etwa verbietet bestimmte Hunderassen vollständig. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig vor der Reise die aktuellen Einreisebestimmungen des Ziellandes zu prüfen und beim Tierarzt alle notwendigen Dokumente und Impfungen aktualisieren zu lassen.
Während der Fahrt: Pausen für Hund und Mensch
Selbst wenn der Hund das Autofahren gut verträgt, braucht er zwischendurch Pausen. Dabei ist es wichtig vor allem für ausreichend Wasser zu sorgen. Stress und Wärme im Auto machen durstig. Wie häufig kleine Pausen einzuhalten sind, hängt in erster Linie vom Hund ab. Für viele Hunde ist eine Pause alle drei Stunden vollkommen ausreichend. Dann haben sie oft genug Gelegenheit, sich während der Reise etwas zu bewegen und sich zu lösen.
Hundepausen lassen sich so einfach mit Tank-Stopps oder dem Gang zum WC verbinden. Gassi gehen an der Autobahnraststätte ist nur bedingt möglich. Daher kann es sowohl für den Menschen wie für das Tier angenehmer sein, eine Tankstelle abseits der Autobahn zu suchen. Außerdem bietet es auch für die eventuell mitreisenden Kinder eine willkommene Abwechslung. Diese Stopps lassen sich schon vor der Reise einplanen und auswählen. Wer durch Deutschland reist, sollte dabei bedenken, dass es in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Bestimmungen, was Leinen- oder Maulkorbzwang anbelangt, gibt.
Den Hund nicht allein im geschlossenen Auto lassen
Wer an einer Raststätte anhält und seinen Hund nicht mit in das Gebäude nehmen kann, sollte dafür Sorge tragen, dass das Auto während dieser Zeit im Schatten geparkt ist. Dabei ist auch zu bedenken, dass die Sonne wandert. Steht das Auto in der prallen Sonne, besteht die Gefahr eines Hitzschlags. Diese Tatsache ist zwar hinlänglich bekannt, dennoch sterben jährlich viele Hunde auf diese Weise. Hunde können nicht schwitzen, wenn sich das Auto in der Sonne schnell aufheizt, versuchen sie mit Hecheln die Körpertemperatur zu senken. Das ist jedoch nicht besonders effektiv. Dadurch erhöht sich die Körpertemperatur sehr schnell sehr stark. Die Folgen sind Stress und Dehydrierung, die zu einer Verklumpung des Blutes und am Ende zum Tod führt. Selbst ein geöffnetes Seitenfenster ist hier nur wenig hilfreich.
Hitze im Auto vermeiden
Wer längere Strecken mit dem Hund fährt, sollte die Reise möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen – besonders im Hochsommer. Sonnenschutzfolien an den Seitenscheiben oder spezielle Hunde-Kühlmatten können die Temperatur im Fahrzeuginneren spürbar senken. Klimaanlagen helfen ebenfalls, sollten jedoch nicht direkt auf den Hund gerichtet sein, da Zugluft zu Erkältungen führen kann. Ein stets griffbereiter Wassernapf und regelmäßige Pausen im Schatten sind bei sommerlichen Temperaturen unverzichtbar.
Hund im Auto sichern
Der Hund fällt – laut Gesetz – unter das Thema Ladungssicherung. Er muss im Auto entsprechend gesichert sein, um im Fall einer Vollbremsung nicht zum Geschoss und damit zur Gefahr für die Insassen zu werden. Eine unzureichende Sicherung ist nicht nur gefährlich, in einigen Ländern ist sie mit einer Bußgeldstrafe belegt. Für die Sicherung des Hundes gibt es mehrere Möglichkeiten.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Tipps für lange Autofahrten mit Hund
Die wichtigsten Punkte des Artikels im Überblick:
- Den Hund frühzeitig ans Autofahren gewöhnen
- Bei Reiseübelkeit tierärztlichen Rat einholen und ggf. Medikamente nutzen
- Hundefreundliche Ziele wie Ostsee, Dänemark oder Österreich in Betracht ziehen
- Einreisebestimmungen und Impfpass rechtzeitig vor Auslandsreisen prüfen
- Regelmäßige Pausen einplanen – ca. alle drei Stunden
- Ausreichend Wasser bereitstellen
- Den Hund nie allein im geschlossenen, sonnenbeschienenen Auto lassen
- Fahrten in kühle Tageszeiten legen und Hitzeschutz nutzen
- Den Hund vorschriftsmäßig im Auto sichern