Wichtige Tipps: Haustiere im Auto richtig transportieren
Haustiere im Auto zu transportieren, stellt viele Besitzer und Besitzerinnen vor eine schwierige Aufgabe. Deshalb zeigen wir die wichtigsten Tipps.
Viele Hunde lieben das Autofahren. Es gibt ja auch so viel zu sehen, und wenn man den Kopf aus dem Fenster hält, bekommt man auch noch ordentlich frische Luft und eine kühle Brise ab. Aber machst du eigentlich alles richtig, wenn du deine Haustiere im Auto transportieren möchtest? Und welche Tipps können dir helfen?
Sicher hast du schon mal gesehen, dass jemand am Steuer saß und seinen Hund dabei auf dem Schoß hatte. Was vielleicht niedlich aussieht, ist aber in Wahrheit eine große Gefahr im Straßenverkehr – nicht nur für Fahrer*innen und die Hunde selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmende.
Der verantwortungsbewusste Haustierhalter legt sich daher meist einen Käfig, eine Transportbox oder einen speziellen Gurt für seinen Vierbeiner zu, um dessen sicheren Transport zu gewährleisten – ohne jedoch zu ahnen, wie viel man dabei falsch machen kann. Bei Katzen tun sich viele Besitzer*innen schwer das Tier überhaupt in eine Solche Box zu bekommen und setzen sie manchmal einfach in den Fußraum. Auf den folgenden Seiten erfährst du, wie gefährlich diese Transportmöglichkeiten sind und wie du im Auto alles richtig machst, damit alle Insassen auch bei einem Unfall möglichst sicher sind.
Fangen wir mit dem erschreckenden Crash-Test an:
Sind Sicherheitssitze, -gurte und Co. wirklich sicher?
Die Antwort ist erschütternd: Die wenigsten dieser Sicherheitsvorrichtungen können dein Tier wirklich schützen, wenn es zu einem Unfall kommt. Denn im Gegensatz zu all den Gerätschaften, die die Sicherheit von uns Menschen gewährleisten sollen, müssen solche Erfindungen für Hund und Katz und Co. nicht unbedingt crashtestgeprüft werden. Das YouTube- Video von YOUCAR beweist, wie schrecklich manche Vorrichtungen bei einem solchen Crashtest abschneiden.
Hier gilt also: Etwas tiefer ins Portemonnaie greifen, denn das ist es wert. Große, namhafte Firmen lassen ihre Produkte meist tatsächlich Crashtests unterziehen. Das wird entsprechend auf der Verpackung vermerkt. Also informiere dich vor dem Kauf und sei nicht geizig – dein Tier wird es dir im Falle eines Unfalls danken!
Welche Methode der Tiersicherung im Auto denn für dich und deinen Vierbeiner am besten geeignet ist, liest du auf den nächsten Seiten.
Jeder Schutz ist besser als keiner
Eine Sache nehmen wir direkt vorweg, bevor es um die einzelnen Transportmöglichkeiten geht: Jeder Schutz für dein Haustier ist besser als keiner! Das bedeutet, es ist immer am gefährlichsten, deinen Hund oder deine Katze einfach auf einen Sitz, deinen Schoß oder in den Fußraum deines Autos zu setzen. Das Gewicht der Tiere beträgt häufig nur ein Bruchteil dessen, was Menschen auf die Waage bringen. Jede Bremsung, Kurve oder gar Aufprall kann für das ungeschützte Tier ein Verletzungsrisiko mit sich bringen. So drastisch es klingt – wenn das Tier durch den Innenraum des Autos fliegt, kann das außerdem eine große Gefahr für alle im Auto sitzenden Personen oder anderen Teilnehmenden am Straßenverkehr bzw. Unfallbeteiligten sein.
Auch Decken und Körbe sind da wenig hilfreich:
Schutzdecken oder Körbe für die Rückbank
Mit einer sogenannten Schutzdecke, die die gesamte Rückbank sowie den Fußraum abdeckt und an den Vordersitzen befestigt wird, sorgst du für Sauberkeit und verhinderst, dass dein Hund von der Sitzbank nach unten fällt. Sonderlich sicher ist das jedoch im Falle einer ernsthaften Kollision nicht. Außerdem kann sich das Tier dabei noch immer relativ frei im Auto bewegen – was die fahrende Person ablenken kann.
Wie sieht es mit Gurten aus?
Wie sicher sind Gurte?
Vorweg: Alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile; für welche du dich letztlich entscheidest, hängt stark davon ab, wie groß und aktiv dein Hund ist. Auf den nächsten Seiten stellen wir dir die verschiedenen Varianten der Tiersicherung vor.
Den Schutzgurt sieht man wohl am häufigsten. Er hält das Tier an einem Sitzplatz fest. Kommt es zu einem Aufprall, wird es nur so weit nach vorne geschleudert, wie der Gurt es zulässt. Angenehm ist das jedoch nicht – und insbesondere dann, wenn der Gurt eher locker sitzt, kann der Gurt selbst zu Verletzungen führen, wenn das Tier erst weggeschleudert und dann zurückgehalten wird. Hierbei ist auf Metallverschlüsse zu achten, denn Kunststoff kann im Ernstfall kaputtgehen und der Gurt reißen.
Sehr praktisch kann eine Kombination aus Gurt und Decke sein:
Autositze für Hunde
Einige Firmen bieten Autositze für Hunde an. Diese haben den Vorteil, dass dein Tier sicher angeschnallt ist und trotzdem auf einer Decke sitzt und somit deine Sitze geschont werden. Der Sitz sollte vorher auch schon an das Haustier gewöhnt werden, bevor es ins Auto geht, damit er möglicherweise schon einen gewohnten Duft angenommen hat. Natürlich müssen solche Sitze regelmäßig gereinigt werden und sie nehmen einen ganzen Sitzplatz im Auto weg.
Deshalb möchten viele lieber, dass das Tier im Kofferraum reist:
Ein Kofferraum-Gitter
Ein Gitter oder Käfig im Kofferraum bietet generell nicht das Höchstmaß an Sicherheit für den Vierbeiner, auch wenn das Tier zumindest niemand anderem im Auto mehr verletzen kann. Sollte es zu einer starken Kollision kommen, prallt das Tier auf die Gitterstäbe. Noch dazu sind viele dieser Konstruktionen nicht stabil genug, um zum Beispiel einen großen, schweren Hund (oder gar mehrere) zu halten, sollte dieser mit voller Wucht dagegen prallen. Man sollte daher darauf achten, dass ein Gitter oben und unten verankert ist und vom Dach bis zum Boden – nicht nur bis zur Rücksitzlehne – reicht. Ein Käfig sollte in jedem Fall mit Gurten oder ähnlichem gesichert werden, damit er nicht durch den Innenraum fliegt.
Am besten sind hier also auch eher fest gesicherte Boxen, in denen das Tier nicht so viel Spielraum hat:
Transportboxen
Laut der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) werden Haustiere wie andere Ladung gehandhabt. Wir haben bereits über das Risiko gesprochen, dass das ungesicherte Tier durch den Innenraum fliegen kann. Dementsprechend müssen Tiere so gesichert werden, dass das nicht passieren kann. Sonst können Bußgelder oder auch Punkte in der Verkehrssünderkartei drohen – neben dem erheblichen Verletzungsrisiko. Fachleute empfehlen also Transportboxen, die extra mit Sicherheitsgurten gesichert werden. Dabei kommt es vor allem auf die Größe des Tieres an. Kleinere Tiere können in kleineren Boxen auf der Rückbank festgeschnallt werden. Viele Tiere mögen es, wenn eine Decke oder ein Handtuch mit einem bekannten Duft in der Transportbox liegt – das verhindert auch, dass die Tiere rutschen. Einige Autos haben im Kofferraum auch extra vorgefertigte Haken, mit denen man Tierboxen oder Tiergurte befestigen kann. Hier passen größere Boxen oder Tiere gut rein.
Welche Bußgelder gelten?
Bußgelder bei falschem Transport (Stand 2025)
Wie bei vielen Ordnungswidrigkeiten kommt es vor allem auf den Grad der Gefährdung im Straßenverkehr an:
- Transportiertes Tier nicht ausreichend gesichert: 63,50 Euro.
- Durch unsicheren Transport entsteht eine Gefährdung: 88,50 Euro und einen Punkt in Flensburg.
- Durch unsicheren Transport entsteht eine Sachbeschädigung: 103,50 Euro und einen Punkt in Flensburg.
Wenn die Tiere in Boxen am sichersten sind, wie sorgt man dann für eine stressfreie Fahrt mit ausreichend Bewegung?
Regelmäßige Pausen für Hunde einplanen
Auch wenn dein Hund in einer sicheren Box untergebracht ist, darf eine wichtige Sache nicht vergessen werden: regelmäßige Pausen! Expert*innen empfehlen, spätestens alle zwei Stunden anzuhalten, damit dein Vierbeiner sich bewegen, sein Geschäft verrichten und etwas Wasser trinken kann. Gerade bei längeren Fahrten ist es ratsam, bereits vor der Abfahrt eine Route mit geeigneten Rastplätzen zu planen, wo dein Hund sicher an der Leine geführt werden kann. Achte darauf, dass dein Tier beim Aussteigen immer angeleint ist – auch der bravste Hund könnte durch ungewohnte Umgebungen oder plötzliche Geräusche erschrecken und weglaufen. Packe für die Pausen eine Wasserschüssel, ausreichend frisches Wasser und ein paar Leckerlis ein. Bei sehr heißen Temperaturen solltest du die Pausenintervalle sogar auf eine Stunde verkürzen. Achte auf mögliche Stressymptome bei deinem Tier.
Doch was, wenn deine Katze mit auf Reisen geht?
Stressfreier Transport für Katzen
Anders als viele Hunde sind Katzen selten begeisterte Autofahrer. Für einen stressfreien Transport solltest du die Box bereits Tage vor der Fahrt in der Wohnung aufstellen und mit bekannten Düften (z.B. einer Decke) ausstatten, damit sich deine Katze daran gewöhnen kann. Es kann helfen, etwa 30 Minuten vor der Fahrt Pheromon-Spray in die Box zu sprühen – dies hilft vielen Katzen, ruhiger zu bleiben. Während der Fahrt ist es ratsam, die Box mit einem leichten Tuch abzudecken, um visuelle Reize zu reduzieren. Achte aber auf ausreichend Belüftung für dein Tier. Verzichte auf laute Musik und vermeide hektische Fahrmanöver. Bei längeren Fahrten sollte die Box ausreichend groß sein, damit ein kleines Katzenklo mit hineinpasst. Biete nur kleine Mengen Wasser an, um ein Verschütten zu vermeiden.
Was gibt es zu beachten, wenn die Reise über die Landesgrenzen hinausgeht?
Reisen mit Haustieren ins Ausland
Wenn du mit deinem Vierbeiner ins Ausland reist, gelten zusätzliche Bestimmungen. Innerhalb der EU benötigst du in jedem Fall einen EU-Heimtierausweis, der von einem Tierarzt ausgestellt wird. Darin müssen alle Impfungen, besonders die Tollwutimpfung, eingetragen sein. Bei Reisen in Nicht-EU-Länder können zusätzlich Gesundheitszeugnisse, Bluttests oder sogar Quarantänezeiten erforderlich sein. Informiere dich mindestens drei Monate vor der Reise über die jeweiligen Bestimmungen. Denk auch daran, dass in vielen Ländern strengere Vorschriften zum Transport im Auto gelten als in Deutschland. In Italien beispielsweise müssen Tiere durch Trenngitter oder -netze vom Fahrer getrennt sein, in der Schweiz ist eine Sicherung Pflicht. Das betrifft teilweise im Urlaubsland auch Vorschriften bezüglich Leinen oder einen Maulkorb.
Hier nochmal das Wichtigste im Überblick:
Das Wichtigste im Überblick
- Sicherheit geht vor: Jeder Schutz ist besser als gar keiner
- Auf crashtest-geprüfte Produkte achten – sie sind ihr Geld wert
- Transportboxen bieten den besten Schutz, wenn sie richtig gesichert sind
- Autositze für Hunde bringen viele Vorteile mit sich, benötigen aber viel Platz
- Bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder bis zu 103,50 Euro und Punkte in Flensburg
- Alle zwei Stunden Pause für Hunde einlegen
- Katzen brauchen Gewöhnungszeit an die Transportbox und beruhigende Maßnahmen
- Für Auslandsreisen: EU-Heimtierausweis, aktuelle Impfungen und länderspezifische Dokumente besorgen
- Landesspezifische Transportvorschriften beachten
- Genügend Wasser, Futter und vertraute Gegenstände mitnehmen
- Bei hohen Temperaturen nie Tiere im Auto zurücklassen – auch nicht „nur kurz“