Fehlerfalle Katzenklo: Welche Fehler machen viele?

Das Katzenklo entpuppt sich bei der Tierhaltung immer wieder als regelrechte Fehlerfalle. Auf die Dinge solltest du für das Wohl deines Vierbeiners achten:

Es gibt einige Fehler, die viele bei dem Katzenklo ihrer Samtpfote machen.
Quelle: IMAGO / Frank Sorge

Katzen sind sehr penibel, wenn es um die Verrichtung ihres Geschäfts geht. Sind sie mit den Gegebenheiten ihres „stillen Örtchens“ nicht einverstanden, kann das zu Übellaunigkeit oder sogar Unsauberkeit führen. Damit die Samtpfote ihre Notdurft problemlos und mit bestem Gefühl verrichten kann, solltest du darauf achten, das Katzenklo für den Vierbeiner so angenehm wie möglich zu machen und nicht in die Fallen zu tappen, die häufig gemacht werden. Hier erfährst du, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest und worauf deine Katze wirklich bei ihrem Toilettengang achtet.

Wenn es um den Standort des Katzenklos geht, denke daran, dass es nicht umsonst „stilles Örtchen“ heißt.
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#1 Der falsche Standort 

Ganz oben auf der Liste der häufigsten Fehler steht die Wahl des falschen Standorts. Ein Katzenklo sollte niemals in der Nähe des Futter- oder Schlafplatzes platziert werden, da Katzen diese Bereiche instinktiv streng trennen. Ebenso ungeeignet sind Orte mit viel Durchgangsverkehr oder Lärm, wie etwa neben der Waschmaschine. Die Samtpfote benötigt für ihr Geschäft absolute Ruhe und Sicherheit; eine stille Ecke oder eine Nische, in der sie sich nicht beobachtet fühlt, ist ideal. Einmal gewählt, sollte dieser Platz beibehalten werden, da ständiges Umstellen das Tier unnötig verunsichert.

Die Hygiene des Katzenklos ist für Katzen von großer Bedeutung!
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#2 Mangelnde Hygiene 

Hygiene ist der wichtigste Faktor, wenn es um die Katzentoilette geht, denn der Geruchssinn von Katzen ist sehr sensibel. Ist das Klo nicht sauber kann sich die Katze nicht in Ruhe lösen. Die Katzentoilette sollte daher jeden Tag gereinigt werden – im besten Fall sogar mehrmals. Bei Vernachlässigung kann es passieren, dass sich deine Katze dann einfach einen anderen Ort sucht, an dem sie sich wohler fühlt, denn nur die Wenigsten würden sich auf einer schmutzigen Toilette wohlfühlen. Interessanter Fakt: Erwachsene Katzen erleichtern sich durchschnittlich siebenmal am Tag. Natürlich kann das mit den Gewohnheiten deines Stubentigers aber etwas variieren.

Bei der Wahl des Katzenklos solltest du natürlich auch auf die richtige Größe achten.
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#3 Die falschen Maße 

Hinsichtlich der Maße des Klis gibt es oft Missverständnisse. Die Toilette muss groß genug sein, damit sich die Katze darin mühelos umdrehen und scharren kann. Zu hohe Seitenwände können vor allem für ältere Tiere mit Gelenkproblemen zum unüberwindbaren Hindernis werden, weshalb hier ein niedriger Einstieg ratsam ist. Auch Haubenklos sind nicht für jedes Tier geeignet: Viele Katzen fühlen sich in der höhlenartigen Enge unwohl, da ihnen die Sicht auf die Umgebung und die Möglichkeit zur Flucht fehlen.

Mit Katzenstreu wirst du etwas herumprobieren müssen, um das Richtige für deine Katze zu finden.
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#4 Das falsche Streu 

Die Auswahl an Katzenstreu ist riesig, doch der Wechsel zwischen verschiedenen Sorten sollte vermieden werden, sobald eine passende gefunden wurde. Besonders wichtig ist die Unterscheidung nach Alter: Bei Katzenbabys darf keinesfalls Klumpstreu verwendet werden. Die neugierigen Kitten könnten die Streu fressen, was im Magen zu gefährlichen Verklumpungen führt. Hier sind pflanzliche Fasern oder Holzstreu die sicherere Wahl, bis die Tiere aus dem Gröbsten heraus sind.

Das Katzenstreu sollte im Katzenklo bleiben!
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#5 Schütze dich vor Streukörnern

Während die Katze sich keine Sorgen um verstreute Streukörner macht, ist dies für den Halter oft ein Ärgernis. Um zu verhindern, dass die Streu durch die gesamte Wohnung getragen wird, können spezielle Schmutzfangmatten direkt vor dem Ausstieg platziert werden. Diese fangen den Großteil der Körner direkt von den Pfoten ab. Dies spart Zeit beim Putzen und sorgt dafür, dass der Bereich um das stille Örtchen für Mensch und Tier gleichermaßen ordentlich bleibt.

Achtest du auf die richtige Füllhöhe deines Katzenklos?
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#6 Die Streufüllhöhe

Ein häufiger Fehler ist das Sparen an der Streu. Katzen sind leidenschaftliche Scharrer und wollen ihre Hinterlassenschaften tief vergraben, um Gerüche vor potenziellen Feinden zu verbergen. Ist die Schicht zu dünn, kratzt die Katze auf dem nackten Plastikboden, was sie frustriert und die Reinigung erschwert. Eine Füllhöhe von mindestens 7 bis 10 Zentimetern ist ideal. Nur so kann die Streu Flüssigkeit effektiv binden, bevor sie den Boden erreicht, und der Katze das instinktiv wichtige Buddel-Erlebnis ermöglichen, ohne dass sie sich die Pfoten schmutzig macht.

Auch die Höhe des Katzenklos ist entscheidend.
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#7 Die Wahl der richtigen Einstiegshöhe

Nicht nur die Grundfläche, auch die Höhe des Randes spielt eine entscheidende Rolle. Besonders für Kitten oder Senioren mit Arthrose kann ein hoher Rand zu einer schmerzhaften Barriere werden. Wenn der Einstieg mühsam ist, meiden Katzen das Klo und suchen sich bequemere Plätze wie den Teppich. Ein barrierefreies Modell mit abgesenktem Einstieg sorgt dafür, dass die Katze ohne körperliche Anstrengung eintreten kann. Achte darauf, dass der Rand dennoch hoch genug bleibt, um die Streu beim Scharren im Behälter zu halten, aber niedrig genug für einen mühelosen Zugang.

Die empfindliche Nase von Katzen macht viele Reiniger sehr unangenehm für sie.
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#8 Vermeide Düfte und Parfüm 

Da die Nase einer Katze Gerüche viel intensiver wahrnimmt als die menschliche, sind parfümierte Reiniger oder Lufterfrischer im Umfeld der Toilette oft ein Störfaktor. Selbst Düfte, die wir als angenehm empfinden, können für die Katze abstoßend wirken. Am besten eignen sich neutrale Reiniger aus dem Fachhandel. Wer unangenehme Gerüche auf natürliche Weise binden möchte, kann auf Hausmittel wie Natron oder Backpulver zurückgreifen, die geruchsneutral wirken und das Tier nicht vertreiben.

Du solltest immer ein Katzenklo mehr als Katzen im Haus haben!
Quelle: IMAGO / imagebroker

#9 Die Anzahl der Toiletten im Haushalt

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Anzahl der bereitgestellten Klos, besonders in Mehrkatzenhaushalten. Teilen sich zu viele Tiere eine Toilette, führt dies unweigerlich zu Spannungen und Revierkonflikten. Die Faustregel lautet daher: Immer ein Katzenklo mehr als Katzen im Haus vorhanden sind. Selbst bei einer Einzelkatze sind zwei Standorte empfehlenswert, um dem natürlichen Bedürfnis nach Trennung von Urin und Kot gerecht zu werden und ein friedliches Zusammenleben zu fördern.

Du solltest dein Katzenklo alle paar Jahre austauschen.
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#10 Regelmäßiger Austausch

Trotz gründlicher Reinigung ist ein Katzenklo kein Produkt für die Ewigkeit. Mit der Zeit entstehen durch das Scharren feine Kratzer im Kunststoff, in denen sich Bakterien und hartnäckiger Uringeruch festsetzen können. Nach einigen Jahren oder bei sichtbaren Defekten sollte das Klo daher komplett ausgetauscht werden. Auch wenn sich die Bedürfnisse der Katze – etwa durch Alter oder Krankheit – ändern, ist der Wechsel auf ein neues, passenderes Modell entscheidend für das Wohlbefinden.

Katzentoiletten mit Deckeln sind eher ungeeignet.
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#11 Keine Toilette mit Deckeln oder Hauben 

Die Bauweise der Toilette ist entscheidend. Expert*innen warnen: Haubentoiletten mit Dach und Klappe sind für die meisten Katzen ungeeignet. Das Problem ist nicht nur der gestaute Geruch im Inneren, sondern vor allem die fehlende Übersicht. Da Katzen beim Toilettengang verletzlich sind, müssen sie ihre Umgebung kontrollieren können. Eine geschlossene Box verhindert diesen Rundumblick und bietet keine Fluchtmöglichkeit bei Störungen, was massiven Stress auslöst. Wer Unsauberkeit vermeiden will, sollte daher auf offene Modelle setzen, die dem Tier Sicherheit durch freie Sicht und gute Belüftung garantieren.

Sich selbst reinigende Katzenklos sind gefährlicher, als man denkt.
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#12 Vorsicht vor automatischen Selbstreinigungs-Klos

Moderne, selbstreinigende Toiletten versprechen Halter*innen Komfort, können für die Katze aber ein Stressfaktor sein. Die mechanischen Geräusche und Bewegungen der Rechen oder Trommeln wirken auf viele Tiere bedrohlich. Wenn das Klo plötzlich „zum Leben erwacht“, während die Katze noch in der Nähe ist, kann dies zu einer dauerhaften Phobie führen. Zudem nehmen diese Geräte dem Halter die wichtige Gesundheitskontrolle: Anhand der täglichen Klumpen lassen sich Urinmenge und Kotbeschaffenheit überwachen. Wer eine Automatik nutzt, sollte sicherstellen, dass sie absolut geräuschlos arbeitet und die Katze niemals erschreckt.

Katzen können Teppiche leicht mit einer Toilette verwechseln.
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#13 Untergrund-Verwechslungen vermeiden

Ein oft übersehener Fehler ist das Platzieren des Klos auf einem sehr weichen, teppichähnlichen Untergrund. Wenn die Katze lernt, dass sich das weiche Nachgeben eines Hochflor-Teppichs unter ihren Pfoten mit dem Toilettengang verbindet, kann sie den Unterschied zwischen der Schmutzfangmatte und deinem Wohnzimmerteppich schnell vergessen. Es findet eine sogenannte Untergrund-Konditionierung statt. Idealerweise steht das Klo auf einem glatten, leicht zu reinigenden Boden (Fliesen oder Laminat). So bleibt die haptische Trennung zwischen „hier darf ich graben“ und „hier schlafe oder laufe ich“ für die Samtpfote jederzeit klar und eindeutig bestehen.

Manche Hunde überschreiten gerne die Grenzen von Katzen.
Quelle: IMAGO / Shotshop

#14 Die „Ressourcen-Konkurrenz“ durch Hunde

In Haushalten, in denen auch Hunde leben, gibt es noch eine spezielles Problem: das Klo-Stalking. Viele Hunde haben die unappetitliche Angewohnheit, die Hinterlassenschaften von Katzen zu fressen oder die Katze neugierig zu beschnüffeln, während sie im Klo sitzt. Für die Katze ist das eine massive Grenzüberschreitung und purer Stress. Wenn sie damit rechnen muss, beim Toilettengang von einer feuchten Hundeschnauze gestört zu werden, wird sie sich einen sichereren Platz suchen, oft erhöht oder hinter dem Sofa. Hier helfen Schutzgitter oder Standorte, die für den Hund unzugänglich, für die Katze aber leicht erreichbar sind.

Eine saubere Katze ist eine glückliche Katze.
Quelle: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine glückliche Katze braucht ein stilles Örtchen, das ihren hohen Ansprüchen an Sauberkeit, Größe und Geruchsneutralität gerecht wird. Ein einfacher Aufstellort genügt nicht, es ist die Kombination aus Privatsphäre, Sicherheit und penibler Hygiene, die den Unterschied macht. Indem du die Bedürfnisse deines Tieres konsequent in den Mittelpunkt stellst, minimierst du nicht nur das Risiko von Unsauberkeit, sondern steigerst aktiv die Lebensqualität deines Lieblings. 

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