Leinenziehen abgewöhnen: 10 Tricks, damit der Gassigang kein Kraftakt wird

Jeder Gang nach draußen wird für dich zu einer Geduldsprobe, weil dein Hund an der Leine zieht? Wir zeigen dir, wie du ihm das abgewöhnen kannst.

Wenn dein Hund an der Leine zieht, ist Training nötig.
Quelle: IMAGO / alimdi

Leinenführigkeit ist für viele Hundebesitzer*innen ein schwieriges Thema. Gerade aktive Vierbeiner ziehen gerne einmal an der Leine, um schneller ans Ziel zu kommen oder die Route nach ihren Wünschen anzupassen. Abgesehen davon, dass es für die Menschen am anderen Ende der Leine ganz schön nervig ist, kann das Leinenziehen auch gefährlich werden, beispielsweise wenn sich der Hund plötzlich losreißt oder in Richtung fahrender Autos zieht. Deshalb ist es wichtig, deinem Liebling schon möglichst früh beizubringen, sich an der Leine zu benehmen. Wie du das machst oder das nervige Verhalten abgewöhnen kannst, erfährst du hier.

Von nun an musst du bei der Hundeerziehung konsequent bleiben.
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#1 Nicht nachgeben

Wenn dein Hund sich etwas in den Kopf gesetzt hat, ist es nicht immer einfach, ihn davon zu überzeugen, trotzdem noch auf deine Kommandos zu hören. Schwieriger wird es dann auch noch, wenn er schon mehrfach Erfolg hatte, beispielsweise weil du dich dem Tempo angepasst. Aber auch, wenn du mit ihm die Richtung gewechselt hast, nachdem er angefangen hat, an der Leine zu ziehen. Fange also damit an, nicht mehr nachzugeben, sondern konsequent deine Route in deiner Geschwindigkeit abzugehen. Das ist die erste wichtige Regel.

Verwende für das Training mit der Leine ein Halsband.
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#2 Ein Halsband verwenden

Es ist empfehlenswert, deinen Hund nicht nur mit einem Geschirr, sondern auch mit einem Halsband auszustatten. Der Grund dafür ist ganz einfach: Das Geschirr wird als Freizeitaccessoire etabliert, mit dem dein Hund toben kann, während das Halsband immer dann verwendet wird, wenn dein Hund bei dir bleiben und auf dich und deine Kommandos achten soll. Es drückt auf Kehlkopf und Halswirbelsäule und vermittelt deinem Vierbeiner so schon mehr oder weniger automatisch, dass das Ziehen an der Leine nicht gut ist. Zudem solltest du neben einer kurzen Führleine auch eine lange Schleppleine dabei haben, die du für die Freizeit am Geschirr befestigst.

Im eigenen Garten gelingen die Anfänge am besten.
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#3 Beginne das Training in einer reizarmen Umgebung

Beim Gassigehen gibt es viele spannende Sachen für die Hundenase: fremde Gerüche, andere Hunde und Menschen. Das kann schnell ablenken und dazu führen, dass sich der Drang zu ziehen weiter verstärkt, weil dein Hund seine Umgebung genauer erkunden möchte. Um das zu vermeiden, solltest du die Trainingsrunden am besten an einer bekannten Stelle durchführen und dafür sorgen, dass ihr möglichst wenigen Menschen und Hunden begegnet. Wenn du einen eigenen Garten hast, ist das der perfekte Ort für die ersten Trainingseinheiten. So wird es deinem Vierbeiner deutlich leichter fallen, sich nur auf dich zu konzentrieren.

Der Fokus deines Hundes sollte auf dir liegen.
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#4 Den Fokus lenken

Es ist wahrscheinlich einer der schwierigsten Schritte, aber auch einer der wichtigsten. Du musst dafür sorgen, dass dein Hund auf dich fokussiert ist, wenn ihr unterwegs seid. Solltest du während des Trainings merken, dass er abgelenkt ist oder wieder anfangen möchte, zu ziehen, musst du direkt handeln. Dafür ziehst du entweder kurz an der Leine, allerdings nur so stark, dass dein Hund gerade so mitbekommt, dass du etwas möchtest. Oder du wechselst plötzlich die Richtung oder bleibst gegebenenfalls stehen. Sobald die Aufmerksamkeit wieder bei dir liegt, solltest du sofort eine Belohnung parat haben.

Zu viele Kommandos auf einmal verwirren deinen Hund.
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#5 Nicht zu viel reden

Vielleicht kennst du von anderen Hundebesitzer*innen die Kommandoschleifen, die in etwa so klingen: „Nein! Komm her! Pfui! Aus! Sitz! Guck!“ Für den Hund ist das pure Verwirrung und er weiß gar nicht, was er jetzt tun soll. Besser als viele Worte sind klare Handlungen und höchstens ein einziges Kommando. Beispielsweise kannst du das Wort „Stopp“ nutzen, um deinem Hund zu sagen, dass er stehen bleiben soll. So schaffst du Klarheit und vermittelst deinem Vierbeiner ein möglichst klares Bild von dem gewünschten Verhalten.

Lesetipp: Ganz ähnlich funktioniert es auch, deinem Hund extremes Bellen abzugewöhnen.

Auch Hunde brauchen mal eine Pause.
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#6 Pausen einbauen

Du kennst es bestimmt noch aus der Schulzeit, dass du nach dem stundenlangen Pauken für eine Klausur einfach nur noch müde bist. So geht es auch deinem Hund, wenn du mit ihm trainierst. Allerdings sind es bei ihm schon wenige Minuten, die ausreichen, um ihn zu erschöpfen. Dazu kommt, dass er das Gassigehen trotz des Trainings auch immer mit Spaß verbinden sollte. Trainiere pro Tag also maximal zehn Minuten und sorge dafür, dass dein Hund den Rest des Gassigehens am Geschirr genießen kann. Achte auch auf die Körpersprache. Ist dein Hund sowieso schon müde und unkonzentriert, verschiebe das Training lieber auf einen anderen Zeitpunkt.

Es lohnt sich, den eigenen Hund lesen zu können.
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#7 Lerne die Auslöser kennen

Wenn dein Hund an der Leine zieht, solltest du darauf achten, wo er hin möchte. Das kann für das Training ein wichtiger Hinweis sein. Möchte er beispielsweise immer wieder zu anderen Hunden, kannst du noch weitere Übungen einbauen, die dafür sorgen, dass er nur zu Artgenossen geht, wenn du es ihm erlaubst. Auch Ablenkung und Fokusübungen können hier zum Ziel führen. Manchmal ist es auch gar nicht die Leinenführigkeit an sich, die ein Problem darstellt, sondern andere Aspekte wie beispielsweise das Verhältnis zwischen Hund und Besitzer*in. Die Körpersprache deines Vierbeiners ist dabei extrem wichtig. 

Beim Training müssen beide Seiten Geduld aufbringen.
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#8 Habe Geduld

Wie wir Menschen auch hat jeder Hund sein eigenes Tempo, wenn es darum geht, neue Dinge zu lernen. Sei also nicht frustriert, wenn du nicht schon nach der ersten Trainingseinheit Erfolge spürst, sondern gehe mit Geduld an die Sache heran. Auch kleine Erfolge führen zum Ziel und sollten als solche behandelt werden. Sobald du ungeduldig wirst, spürt das dein Vierbeiner und wird deine Emotionen spiegeln, was zukünftige Erfolge noch schwieriger machen wird. Belohne ihn stattdessen bei jedem noch so kleinen Fortschritt und habe außerhalb der Trainingszeiten Spaß mit ihm.

Ein Trainingstagebuch kann ein sinnvolles Hilfsmittel sein.
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#9 Trainingseinheiten festhalten

Je länger das Training dauert, desto schwieriger wird es, sich an jede einzelne Einheit zu erinnern. Deshalb kann es sich lohnen, ein Tagebuch zu führen, in dem du notierst, wann und wo du trainiert hast und was das Ergebnis war. So kannst du eure Erfolge festhalten und siehst gleichzeitig, ob du alle Eventualitäten bedenkst. Hast du beispielsweise immer nur im Wald trainiert, wird es Zeit, die nächste Trainingseinheit an einen anderen Ort mit anderen Eindrücken zu verlegen, um auch den Umgang mit diesen zu üben.

Hundetrainer*innen können dir im Notfall helfen.
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#10 Wenn gar nichts mehr hilft

Es gibt Hunde, die so festgefahren in ihrem Verhalten sind, dass du auch nach mehreren Wochen und Monaten keine Erfolge verzeichnen kannst. Das ist nicht nur für dich, sondern auch für deinen Hund frustrierend, immerhin will er dir gefallen und nicht ständig korrigiert werden. Wenn du das Gefühl hast, überfordert zu sein, bitte einen Profi um Rat. Es gibt jede Menge gute Hundetrainier*innen, die dir wertvolle Tipps an die Hand geben. Jeder Hund kann lernen, vernünftig an der Leine zu gehen, aber manchmal braucht es andere Ansätze, die dir ein*e Trainer*in mitgeben kann.