Piepmatz, Vogelhaus und Co.

So wird dem gefiederten Freund eine wunderbare Bleibe gebaut

Piepmatz, Vogelhaus und Co.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

Es ist Winterzeit: Während wir es uns zu Hause gemütlich machen, versuchen Piepmatz und Co. sich draußen in der Kälte über Wasser zu halten. Die zahlreichen Futterhäuser sind dabei eine Hilfe, die für die Vögel wie gerufen kommt. Schon im Deutschland des 19. Jahrhunderts haben Menschen ihren gefiederten Freunden bei der Futtersuche „unter die Arme gegriffen“. Wie lieblich ihr Geflatter und Tschirpen doch auf uns wirkt. Da kann einem wahren Tierfreund nur das Herz aufgehen. Im Nachfolgenden erfahrt ihr, was ihr selbst tun könnt, um den zahlreichen wilden Piepmätzen da draußen ein Zuhause zu bauen und was ihr dabei beachten müsst.

Piepmatz, Vogelhaus und Co.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

1. Die Vorzüge eines Vogelhauses

Futter-Quelle: Unsere heimischen Winter-Vögel haben es ab November (spätestens mit Einbruch der richtig kalten Herbst- und Wintertage) nicht leicht, denn zum einen setzen die kalten Temperaturen den Tieren zu und zum anderen tauchen auch noch die Insekten- und Pflanzenwelt in den Winterschlaf ab. Von jetzt auf nachher ist also kaum Futter mehr da. Auch der Mensch trägt hierzu leider bei: Durch die intensive Nutzung einstmals naturnaher Lebensräume als Ackerfläche und durch Zersiedelung verlieren immer mehr heimische Singvögel ihr natürliches Habitat. Um das Überleben heimischer Singvögel und ihre Artenvielfalt zu sichern, empfiehlt sich daher eine Fütterung das ganze Jahr über.

Schutz vor Fressfeinden: Ein kleines Vogelhotel bietet zudem auch Schutz vor heimischen Raubtieren wie Katzen, Mardern und Ratten.

Natürliche Insektenbekämpfung: Das Anbringen von Vogelhäuschen erfolgt meist im privaten Rahmen durch Naturschützer und Vogelfreunde. Doch auch Gartenbesitzer und Obstbauern schätzen die Wildvögel, da sie unerwünschte Insekten und Schädlinge in Schach halten und somit ein natürlicher Ersatz für gesundheitsschädigende Insektengifte sind.

Piepmatz, Vogelhaus und Co.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

2. Welche Nahrung soll ausgewählt werden?

Vielseitig und lecker: Für die Vogelfütterungen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt mittlerweile Futtermischungen speziell für eine Sommer- und Winterfütterung. Ein Vogelhäuschen sollte dabei am besten mit viel verschiedenem Futter befüllt werden, damit der Geschmack aller Vögel angesprochen wird. Für die sogenannten Körnerfresser – dazu zählen unter anderem Ammern, Finken und Spatzen – sollten Nüsse und Sonnenblumenkerne bereit liegen. Frisches Obst, Haferflocken, Kleie und Rosinen sind hingegen beliebt bei Weichfutterfressern wie Amseln, Blau- und Kohlmeisen, Rotkehlchen und Zaunkönigen. Futter aus dem Fachhandel ist für gewöhnlich noch mit Mineralstoffen angereichert. Achtet darauf, dass ihr kein nasses Futter serviert, da dies bei Vögeln zu Krankheiten führen kann.

Piepmatz, Vogelhaus und Co.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

3. Welche Kriterien sollte das Vogelhaus erfüllen?

Folgende Anforderungen sollte jedes Vogelhotel erfüllen. Es sollte möglichst:

- witterungsbeständig (idealerweise mit einer geeigneten Dachpappe versehen) sein,

- genügend „Standfläche“ besitzen,

- keine scharfen Kanten besitzen (Verletzungsgefahr!) und

- hochstehende Randbegrenzungen oder eine geschlossene Fläche mit Einfluglöchern haben (damit das Futter nicht weggeweht wird).

Piepmatz, Vogelhaus und Co.
Quelle: IMAGO / agefotostock

4. Wie kann ich ein Vogelhaus bauen?

Praktisch: Vogelhäuser können sowohl in Baumärkten, im Internet beispielsweise bei Trixie oder in Tierbedarfsläden gekauft werden, aber auch selbst gebaut werden. Mit dem passenden Heimwerker-Werkzeug geht das im Handumdrehen.  Eine schnelle Lösung sind zum Beispiel Bausätze zum Zusammenbauen. Sie können hierbei wählen zwischen:

- Futter-Nisthaus

- Futter-Tränke

- Kombi-Futterstation

- Silo-Vogelhäuschen

- Vogelvilla

Die beste Anleitung für den Bau eines bezugsfertigen Vogelhotels ist ein anschauliches Video...

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Material: Der am häufigsten verwendete Werkstoff bei Vogelhäusern ist zweifelsfrei Holz. Darüber hinaus wird jedoch auch gerne Edelstahl, Eisen, Keramik und Kunststoff verwendet. Achtet jedoch besonders darauf, dass ihr kein rotes Futterhäuschen baut, denn Rot wirkt auf Vögel abschreckend.

Maße des Häuschens: Groß gebaute Vogelhäuschen sorgen wegen des besseren Platzangebots für weniger Vogel-Gedränge beim Fressen. Wer sein Vogelhaus der am Aufstellort vorherrschenden Vogelart anpassen möchte, wählt die dementsprechende Größe. Vogelfreunde, die für Artenvielfalt in ihrem Garten sorgen möchten, bringen am besten mehrere unterschiedlich große Futterquellen an. Wer jedoch nur kleinere Vögel füttern möchte, der nutzt einfach kleinere Einflug-Öffnungen.

5. Wo soll das Vogelhaus aufgestellt werden?

Aufgepasst: Optimalerweise stellt ihr euer Vogelhaus dort auf, wo es eure heimischen Vögel auch gut erreichen können, aber trotzdem sicher vor Beutegreifern sind. Fühlen sich eure Vogelhaus-Besucher dort wohl, werden sie es immer wieder aufsuchen und – wenn ein geeigneter Brutplatz in der Nähe ist – dort auch ihre Jungen großziehen. Um Übergriffe von Mardern und Katzen zu verhindern, befestigt ihr die Futterstelle idealerweise im Abstand von mindestens 1,50 Meter zum Baumstamm, zu Mauern und Zäunen, da Katzen diese als Kletterhilfe nutzen. Ein unter dem Häuschen befindlicher Ständer sollte mindestens 1,70 m hoch sein und eine glatte Oberfläche haben, damit die Stubentiger abrutschen. Vogelhäuser, die am Stamm angenagelt wurden, lassen sich mit einem weiter unten angebrachten Katzenabwehrgürtel schützen. Vogelhäuschen sind grundsätzlich so anzubringen, dass die Vögel einen guten Überblick über ihre Umgebung haben und Gefahren schnell erkennen können. Hilfreich ist es auch, wenn sich Büsche oder Strauchwerk in der Nähe des Vogelhauses befinden. Zu beachten ist außerdem, dass sich das Vogelhäuschen nicht in unmittelbarer Nähe von Fenstern oder Glastüren befindet, da die Tiere hier leicht dagegen fliegen und sich infolgedessen schwer verletzen können.

Abbildung 4: Ein Vogelhaus bietet auch eine wunderbare Obhut bei Wind und Wetter.

6. Warum sind in meinem Vogelhaus so selten Vögel zu sehen?

Wenn die gefiederten Freunde einmal auf sich warten lassen, dann heißt es: Nicht verzagen! Vögel fliegen im Winter üblicherweise zu der Futterquelle, die sie gut kennen und wo sie wissen, dass es gutes Essen gibt. Das Futterhäuschen sollte daher rechtzeitig im Herbst bereits aufgestellt werden, damit die Vögel es entdecken und kennenlernen können. So macht ihr es den Vögeln einfacher. Doch auch wenn ihr das Vogelhäuschen erst im Winter aufstellt, gibt es einen Trick: Verteilt etwas Futter unter dem Vogelhaus – oder Meisenknödel bzw. Ringe mit Fettfutter – und verstreut auch etwas Futter auf das Dach des Vogelhauses sowie großzügig in der näheren Umgebung! So macht ihr Werbung für euer eigenes Vogelhotel.