Schädling aus der Kanalisation: So wirst du die Schmetterlingsmücke los
Schmetterlingsmücken im Haus? Woher die Kanalisations-Schädlinge kommen, warum sie Krankheiten übertragen und wie du sie effektiv bekämpfst.
Sie fallen meist erst auf, wenn sie bereits scharenweise an den Fliesen im Badezimmer sitzen: Schmetterlingsmücken (auch bekannt als Abort- oder Gullyfliegen) gehören zur Familie der Psychodidae. Mit einer Größe von nur wenigen Millimetern und ihren auffällig stark behaarten, breiten Flügeln erinnern sie optisch tatsächlich an winzige Nachtfalter. Doch der Schein trügt, denn die Insekten sind keine harmlosen Besucher, sondern hartnäckige Schädlinge.
Der unappetitliche Ursprung: Warum sie in der Kanalisation leben
Der bevorzugte Lebensraum der Schmetterlingsmücke ist die Kanalisation, Kläranlagen oder Jauchegruben. Deshalb ist das Insekt auch unter den Namen Abortfliege oder Gullyfliege bekannt. Die Weibchen suchen diese Orte gezielt für die Eiablage aus, da sich die Larven von verwesenden organischen Substanzen ernähren. Angelockt werden die Tiere vor allem vom Geruch von Urin und Kot. In der Natur findet man sie daher auch in der Nähe des Aronstabs, da diese Pflanze einen ganz ähnlichen Duft verströmt.
Wovon ernähren sich die ausgewachsenen Fliegen?
Obwohl die Kanalisation die perfekte Brutstätte für den Nachwuchs bietet, ernähren sich die ausgewachsenen Schmetterlingsmücken ganz anders als ihre Larven. Die adulten Fliegen fressen hauptsächlich Pflanzensäfte oder Nektar. Da sie im Inneren der Rohre und Siphons jedoch eine feuchte Umgebung vorfinden, die sie vor dem Austrocknen schützt, bleiben sie meist dort. Sie steigen in der Regel erst dann durch die Rohre in Küchen und Badezimmern empor, wenn sich die Population stark vergrößert hat.
Keine Gefahr durch Stiche: Die Schmetterlingsmücke saugt kein Blut
Wer Schmetterlingsmücken in der Wohnung entdeckt, muss zumindest keine Angst vor schmerzhaften Stichen oder juckenden Quaddeln haben. Die heimische Abortfliege sticht nicht. Ihr fehlen die Werkzeuge, um die menschliche Haut zu durchdringen. Lediglich ihre in den Tropen vorkommenden Verwandten, die Sandmücken, ernähren sich von Blut. Bei einem Stich der tropischen Sandmücke kann es zu schweren Infektionskrankheiten wie der sogenannten Orientbeule kommen.
Warum Schmetterlingsmücken trotzdem Krankheiten übertragen
Auch wenn sie nicht stechen, können Schmetterlingsmücken für den Menschen gefährlich werden. Das liegt an ihrem unhygienischen Aufenthaltsort in der Kanalisation. Gefährliche Bakterien und Viren haften an ihrem stark behaarten Körper. Wenn die Insekten aus dem Abfluss in die Küche fliegen und sich auf offenstehende Lebensmittel setzen, werden die Erreger direkt übertragen. Durch den Verzehr dieser Speisen gelangen die Keime schließlich in den menschlichen Organismus.
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Die erste Sofortmaßnahme: Staubsauger statt Chemie
Wenn die Fliegen im Badezimmer oder sonst in der Wohnung auftauchen, muss man nicht sofort zu chemischen Insektiziden greifen. Die einfachste und effektivste Sofortmaßnahme gegen die Abortfliege ist das Einsaugen mit dem Staubsauger. Damit lassen sich die an den Wänden sitzenden Insekten schnell dezimieren. Wichtig ist jedoch, den Staubsaugerbeutel danach direkt zu verschließen und im Außenmüll zu entsorgen, damit die Tiere nicht wieder herauskrabbeln.
Die Ursache im Rohr bekämpfen: Brutstätten entfernen
Das bloße Wegsaugen der Fliegen bekämpft nur das sichtbare Symptom. Die eigentliche Brutstätte liegt tiefer im Abfluss. Dort bildet sich mit der Zeit ein Schleim aus Haaren, Hautschuppen und Seifenresten. Dies ist das organische Material, das den Larven als Nahrung dient und in dem die Eier abgelegt werden. Um den Befall dauerhaft zu stoppen, müssen die Siphons aufgeschraubt und mechanisch von diesen Ablagerungen befreit werden.
Einem Befall vorbeugen: Regelmäßige Reinigung
Damit sich die Schädlinge gar nicht erst einnisten, ist die richtige Vorbeugung entscheidend. Abflüsse, Wasserrohre, Siphons und Gullys im Haus sollten regelmäßig gründlich gereinigt werden. Dadurch verringert man die Intensität des Fäkaliengeruchs, der die Weibchen anlockt, und entfernt gleichzeitig die Nahrungsgrundlage für die Larven. Zudem sollte vermieden werden, dass Bodenabläufe über längere Zeit ungenutzt offenstehen.
Der Haarsieb-Trick schützt die Abflüsse
Menschliche Haare gehören zu den häufigsten Ursachen für Ablagerungen im Rohr. Sie verfangen sich in den Krümmungen und bilden zusammen mit Seifenresten den perfekten Nährboden für Schädlinge. Mit einem einfachen, engmaschigen Haarsieb im Abfluss von Dusche und Waschbecken lässt sich das verhindern. Die Haare werden abgefangen, bevor sie im Abfluss hängen bleiben und verstopfen können.
Wann ein professioneller Schädlingsbekämpfer nötig ist
Wenn sich die Schmetterlingsmücken trotz intensiver Reinigung der Abflüsse und Abläufe weiter massiv vermehren, liegt das Problem meist tiefer im Rohrsystem oder an einer unzugänglichen Stelle der Kanalisation. In diesem Fall sollte man sich an ein Unternehmen für Schädlingsbekämpfung wenden. Die Profis können im Gegensatz zu einfachen Mitteln aus dem Handel die genaue Ursache lokalisieren und das Problem langfristig lösen.
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