Gibt es wirklich Katzen- und Hundemenschen?

Das sagt die Wissenschaft

Katze und Hund stehen nebeneinander

Die Listen mit den häufigsten Haustieren in Deutschland werden von Hunden und Katzen angeführt: In unseren Haushalten tummeln sich rund 13 Millionen Stubentiger und acht Millionen Fellnasen. Und immer wieder hört man, dass sich Menschen - auch wenn sie gar kein Haustier besitzen - als Katzen- oder Hundemenschen bezeichnen.

Auch in der Wissenschaft wird heiß diskutiert, ob es so einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Lieblingstier gibt. Gemeinhin gelten Hundemenschen als treuer und geselliger, Katzenmenschen hingegen als freiheitsliebend und eigenbrödlerisch. Zwei neue Studien geben nun interessante Hinweise darauf, was wirklich an dieser Unterscheidung dran ist.

Was die Studien zeigen, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten!

Hundemensch, der neben seinem Hund sitzt

Der Psychologe Samuel Gosling von der University of Texas in Austin/USA untersuchte 4.500 Menschen anhand von fünf Persönlichkeitsmerkmalen, die als feste Eigenschaften in der Psychologie anerkannt sind: Offenheit für neue Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Lebhaftigkeit bzw. Extraversion, Verträglichkeit und Launenhaftigkeit. Anschließend verglich er die Ergebnisse mit deren Aussagen über ihre Selbsteinschätzung als Katzen- und Hundemensch.

Und tatsächlich erwiesen sich Hundemenschen als lebhafter, sozialer, gewissenhafter und hilfsbereiter. Katzenmenschen hingegen waren offener, aber auch launenhafter. Außerdem gelten sie damit als fantasievoller und kritischer in Hinblick auf ihre Umwelt. 

Aber hängen diese Ergebnisse wirklich mit Katzen und Hunden zusammen? Mehr erfahrt ihr auf Seite 3!

Katzenmensch, die ihre Katze streichelt

Aber neigen Menschen wirklich wegen dieser Eigenschaften zu dem Tier, das genau so wie sie ist? Manche Studien legen durchaus nahe, dass wir dann zufriedener mit einem Haustier sind, wenn es uns in unseren Eigenschaften möglichst ähnelt. 

Allerdings kommen die Psychologen Beatrice Alba von der australischen Macquarie University und Nick Haslam von der University of Melbourne zum entgegengesetzten Ergebnis. In zwei Studien mit jeweils 500 Personen fanden sie heraus, dass dominante Menschen, die eher selbstbezogen sind, sich eher Hunde zulegen. Eigentlich würden diese Eigenschaften für Katzen sprechen - aber Hunde hingegen halten sich stärker an feste Hierarchien und kreisen die ganze Zeit um ihre Herrchen. Gegensätze scheinen sich also auch zwischen Haustier und Halter anzuziehen.