Berliner Eichhörnchen fallen Pocken-Epidemie zum Opfer

Das Virus verbreitet sich

Berliner Eichhörnchen fallen Pocken-Epidemie zum Opfer

In der Großstadt sind sie ein seltener, aber gern gesehener Anblick: Die Eichhörnchen. Die kleinen Nager fallen mit ihrem strahlend roten Fell mang der grünen Bäume schnell ins Auge. Doch vielleicht wird die Begegnung mit den süßen Tierchen bald zur absoluten Seltenheit - denn Berliner Eichhörnchen haben momentan mit einer bedrohlichen Pocken-Epidemie zu kämpfen.

Bei den meisten Menschen schrillen beim Begriff "Pocken" noch nicht sofort die Alarmglocken; viele denken dabei an die Windpocken, die sie sich als Kind zuzogen und die zwar unschön aussahen, aber innerhalb kurzer Zeit verheilt waren. Dass die Pocken jedoch in der gesamten Menschheit schon verheerende Folgen hinterlassen haben, wird weitestgehend aus dem Gedächtnis verdrängt - die Ureinwohner Amerikas beispielsweise wurden durch die eingeschleppten Pocken der Briten nach der Eroberung Amerikas durch die Seuche fast ausgerottet. 

Mittlerweile gelten die Pocken, die besonders im Mittelalter in ausgewachsenen Epidemien tiefe Furchen in der Menschheit hinterließen, als ausgerottet; der letzte infizierte Mensch starb 1978. Doch als Tierkrankheit gibt es die Pocken noch immer - und nun haben ausgerechnet die Eichhörnchen in Berlin mit einer speziellen Pockenepidemie zu kämpfen.

Wie sich diese äußert und welche Folgen sie haben kann, liest du auf der nächsten Seite!

Schon seit einigen Jahren häufen sich die Fälle kranker Eichhörnchen, die in Auffangstationen abgeben werden. Doch nun ist auch klar, warum: Die kletternden Nager leiden unter einer Virusinfektion, die den Forschern völlig neu ist.

Es beginnt an den Pfoten und wandert dann zu den Genitalien, den Ohren und dem Schwanz und sieht aus wie Schorf; doch dann fängt die Haut an den betroffenen Stellen an zu bluten. Entzündungen sind die Folge, weil zusätzlich noch Dreck in den Körper gelangt, und es kommt schließlich sogar manchmal so weit, dass den kleinen Tieren die Zehen abfallen. Die wissen gar nicht, was mit ihnen geschieht - und auch die Wissenschaftler, die sich mit der neuen Erkrankung beschäftigen, sind überfragt. Fest steht: Es handelt sich um ein Pockenvirus.

Pocken bei Tieren sind keine Seltenheit; besonders die Kuhpocken sind weit verbreitet. Doch diese Pocken sind eine Neuheit, und so bekam das hartnäckige Virus nun einen eigenen Namen verpasst: Berliner Eichhörnchenpockenvirus - denn noch sind nur Hauptstadteichhörnchen von der Seuche betroffen.

Dass eine solche Erkrankung großen Schaden anrichten kann, zeigt sich bereits in Großbritannien, wo aus den USA importierte Grauhörnchen die einheimischen roten Hörnchen ebenfalls mit einem Pockenvirus infizierten, weswegen die paar überlebenden roten Eichhörnchen dort nun um das Überleben ihrer Art kämpfen.

Welche Auswirkungen die Eichhörnchenpocken auf den Menschen haben können, liest du auf der nächsten Seite!

Berliner Eichhörnchen fallen Pocken-Epidemie zum Opfer

Keine Sorge: Die Eichhörnchenpocken scheinen nicht auf den Menschen übertragbar zu sein.

Zahlreiche Forscher und Ärzte hatten bisher Kontakt zu den infizierten Tieren, doch keiner von ihnen wies bisher irgendwelche Symptome einer Erkrankung auf. Wie bei vielen anderen Tierkrankheiten sind wir Menschen gegen diese Viren also anscheinend immun. 

Die Eichhörnchen haben dieses Glück leider nicht, und viele sind daran bereits gestorben. Wie auch gegen das menschliche Pockenvirus gibt es hier keine Behandlung; ist ein Tierchen infiziert, kann man nicht mehr viel tun, um ihm zu helfen.

Doch scheint sich nun auch unter den Eichhörnchen allmählich eine Immunität zu entwickeln, denn einige junge Tiere in den betroffenen Gebieten schienen keine Symptome zu zeigen. Bleibt zu hoffen, dass die Eichhörnchen es allein schaffen, ihre Art in Berlin am Leben zu erhalten - denn den Anblick dieser kleinen Nager möchte sicher niemand missen müssen...