Auswahl und Ernährung der richtigen Hunderasse*

Hundefreunde, die sich für ein Familienmitglied mit vier Pfoten interessieren, sollten sich vorab darüber im Klaren sein, dass jede Hunderasse spezielle Anforderungen an die Haltung und Pflege stellt. Daher sollten beide Punkte bei der Auswahl eine Rolle spielen. Worauf sollte man also unbedingt achten?

Auswahlkriterien für den richtigen Hund

Schon rein optisch gefällt dem ein oder anderen eine bestimmte Rasse besser, das ist klar. Doch darüber hinaus sind noch weitere Punkte für die Auswahl wichtig, beispielsweise die Platzverhältnisse. 

Auswahl und Ernährung der richtigen Hunderasse*
Quelle: Imago images

Platz und Bewegung

Soll der Hund in einem Eigenheim mit Garten leben oder in einer kleinen Stadtwohnung mit wenig Bewegungsmöglichkeit? Dann sollte es sich auch um eine eher ruhige und kleine Rasse handeln. Zudem sind umtriebige Tiere, die viel Auslauf benötigen, auch nur für aktive Halter zu empfehlen, die ebenso gerne im Freien unterwegs sind (bei Wind und Wetter) und nicht für ältere Personen oder generell Menschen, die wenig Zeit oder Lust für lange Spaziergänge haben.

Tipp für sportliche Hundehalter: Der Jack Russell Terrier

Der kleine freche Hund braucht viel Bewegung und zählt zu den sportlichen Rassen. Er braucht einen Besitzer, der kein Sportmuffel ist und gut mit dem Spieltrieb und dem großen Bewegungsdrang umgehen kann. 

Anfänger oder erprobter Hundehalter?

Wer sich mit der Erziehung von Hunden bereits auskennt und viele Erfahrung mit den Tieren hat, hat automatisch eine größere Auswahl, da er auch mit Hunden klarkommt, die eine konsequente Erziehung benötigen. Anfänger sollten sich für eine ruhige Rasse entscheiden oder sogar ein älteres Tier zu sich nehmen, welches nicht mehr so umtriebig ist.

Mischling oder Rassehund?

Soll es sich um einen Mischling (beispielsweise aus dem Tierheim) oder um einen Rassehund vom Züchter handeln? Im Tierheim werden meist ältere Hunde abgegeben, Beim Züchter gibt es Welpen, die viel Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigen.

Für Familien geeigneter Hund?

Auch der Zweck, den ein Hund bei seinem Besitzer erfüllen soll, kann ausschlaggebend sein. Für Familien kommen Hunde infrage, die sich auch gerne knuddeln lassen und ein etwas ruppige Behandlung durch kleine Kinder mit stoischer Ruhe über sich ergehen lassen. Ein Hund, der das Haus oder das Büro bewachen soll, sollte im Idealfall etwas größer und Fremden gegenüber zurückhaltender sein. Dieses Kriterium ist also bei der Auswahl ebenfalls zu berücksichtigen.

Pflegeaufwand und Ernährung

Hunde benötigen oft eine regelmäßige Fell- und Krallenpflege und haben außerdem auch individuelle Ansprüche an ihre Ernährung. Welpen im Wachstum benötigen beispielsweise ein anderes Futter als erwachsene Hunde. Hier ist jeder Besitzer gefordert, sich auf die Bedürfnisse seines vierbeinigen Freundes einzustellen, um ihn bestmöglich zu versorgen. Gerade das Thema Ernährung ist dabei besonders wichtig.

Die richtige Ernährung für jede Rasse: Futter aus der Fleischsaftgarung

Die richtige Ernährung muss immer ausgewogen sein und sich am Alter und Gesundheitszustand des Tieres orientieren. Dabei braucht der Hund frisches Fleisch, aber auch hochwertige Vitamine und Mineralien aus anderen Quellen. Einen guten Beitrag zur gesunden Ernährung leisten dabei Futtermittel, die durch die Fleischsaftgarung hergestellt werden. 

Die grundsätzliche Wahl besteht aus einem Trockenfutter oder einem Nassfutter, im Idealfall werden natürlich beide Optionen angeboten, damit der Hund Abwechslung hat. Um die Fleischsaftgarung näher zu erklären, sollten wir zunächst die Trockenfutterherstellung betrachten. 

Trockenfutter aus dem Extrusionsverfahren

Die einfachste Art der Ernährung stellt das Trockenfutter dar, das es sogar in großen Säcken auf Vorrat gibt. Leider enthält das meist am Markt erhältliche Extruder-Trockenfutter oft keine hochwertigen Komponenten, sondern besteht, ungeachtet der schönen Bilder von Wildfleisch auf der Packung, aus Fleischmehlen und getrockneten Proteinen. Das liegt allerdings nicht am bösen Willen der Hersteller, wie z. B. Bosch, Rinti und Wolfsblut, sondern am Herstellungsverfahren, bei dem aus technischen Gründen kein Frischfleisch verarbeitet werden kann. 

Herstellungsverfahren: Extrusion

Beim Extrusionsverfahren werden die Zutaten, zum Beispiel Fleischmehl, tierische Proteine und Kohlehydrate, mit Wasser bei sehr hoher Temperatur und unterhohem Druck zu einer Teigmasse geformt, die anschließend in Strängen durch Düsen gepresst wird. Diese werden anschließend heiß getrocknet und erstarren. Dadurch entstehen gleichförmige Pellets. 

Nachteil: Futterbauch

Ein Nachteil des extrudierten Trockenfutters ist, dass es bei der Zugabe von Wasser leicht ums Doppelte aufquillt. Es bleibt lange im Magen, wird nur langsam verdaut und kann zu einer lebensbedrohlichen Magendrehung führen. Dies kann bei der Fleischsaftgarung nicht passieren!

Auswahl und Ernährung der richtigen Hunderasse*
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Trockenfutter aus der Fleischsaftgarung für einen höheren Frischfleischanteil


Bei der Fleischsaftgarung lässt sich ein hochwertigeres Ergebnis erzielen, da hier das Frischfleisch direkt und ohne Zugabe von Wasser im eigenen nährstoffreichen Fleischsaft längere Zeit bei niedriger Temperatur gegart wird. Dabei wurde die Zubereitung menschlicher Nahrung zugrunde gelegt und dann auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt. 

Unterschied zum Trockenfutter im Extrusionsverfahren

Der große Vorteil bei dieser Art der Herstellung ist, dass das Futter aufgrund des hohen Frischfleischanteils im Hundemagen nicht aufquillt und es dadurch auch nicht zum Futterbauch oder der gefährlichen Magendrehung kommt.

Vorteil dieser Methode

Bei dieser Art der Futterherstellung kann der Hund die Nahrung gut verwerten und schnell verdauen. Zudem bleibt der Geschmack des Fleisches erhalten, sodass die Hersteller keine zusätzlichen Geschmackverstärker einsetzen müssen. Der enthaltene Fleischsaft sorgt außerdem für eine gute Kaubarkeit. 

Warum ist das Trockenfutter mit mehr Frischfleisch besser für den Hund?

Hunde sind Fleischfresser, aber sie sollten nicht ausschließlich mit Fleisch ernährt werden, da ansonsten der Phosphorspiegel im Körper steigt und der Calciumspiegel sinkt. Der Körper holt sich in einem solchen Fall das fehlende Calcium aus dem Knochen, was für den Hund zu Folgeschäden führen kann. Von einem ausgewogenen Trockenfutter mit hohem Fleischanteil profitieren die Tiere hingegen enorm.

Nährstoffe bleiben erhalten

Je mehr frisches Fleisch, desto besser, da Nährstoffe und Fette enthalten sind, die bei der Ersatzverwendung von Fleischmehl und Fleischabfall fehlen. Außerdem findet die Fleischsaftgarung unter niedrigeren Temperaturen statt als das Extrusionsverfahren. Dadurch werden die Nährstoffe im Fleisch geschont und ein Nährstoffverlust geringgehalten. 

Hunde lieben den guten Geschmack


Den Hunden schmeckt das Futter mit dem höheren Fleischanteil besser, da es natürliche Aromen und Fette enthält. Beim Standard-Trockenfutter, das durch den Einsatz von Tiermehl und unter hohen Temperaturen mit dem Extrusionsverfahren gewonnen wird, werden die Aromen vernichtet und das Futter ist recht trocken. Daher wird es am Ende mit Fett besprüht, damit es zumindest etwas Geschmack erhält.

Die Nahrung wird besser verwertet

Da die fleischsaftgegarte Hundenahrung aufgrund des verwendeten Frischfleisches im Magen nicht aufquillt, kann sie schon innerhalb einer kurzen Futterruhe verwertet und verdaut werden. So sind die Vierbeiner schnell wieder fit und munter. 

*Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Vivianne Mertes. Vivianne Mertes (34) ist Freelancerin im redaktionellen Bereich rund um die Themen Tiermedizin, Tiernahrung und Tierpsychologie.