Papagei wird Zeuge vor Gericht

Und er hat eine wichtige Aussage zu machen

Faire und unabhängige Gerichtsprozesse sind wesentliche Grundpfeiler funktionierender Staaten und Gesellschaften. Umso wichtiger ist es, dass alle relevanten Informationen in die Urteilsfindung einfließen, damit niemand zu unrecht verurteilt wird - aber auch, damit jeder Täter seiner Tat überführt wird.

Beweisaufnahmen, mit denen genau das gesichert werden soll, können aber trotz dieses ernsten Hintergrunds bisweilen skurrile Züge annehmen. Das sieht man nun einmal mehr bei einem Gerichtsprozess im US-amerikanischen Bundesstaat Michigan. Dort wurde nun die 49-jährige Glenna Duram schuldig gesprochen, ihren Mann Martin umgebracht zu haben. Und ein wesentlicher Faktor im Prozess war ausgerechnet das Haustier des Ehepaares: Der Papagei Bud.

Was genau geschehen war, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten.

Zunächst sah alles nach einem Drama aus: Als die Polizei in der Nacht der Tat im Haus des Paares ankam, lag Martin tot mit fünf Schüssen im Körper auf dem Boden. Seine Frau Glenna lag ebenfalls, getroffen von einem Schuss, auf dem Boden. Auf den ersten Blick gingen die Beamten davon aus, dass beide Opfer eines Raubüberfalls wurden.

Aber schnell war klar, dass die Schusswunde Glennas so beschaffen war, dass sie sich selbst angeschossen haben musste - sie überlebte ihren Suizidversuch. Bei der Gerichtsverhandlung ging es nun darum herauszufinden, ob und warum sie ihren Mann Martin erschoss. Und auch der Papagei der beiden, Bud, machte eine erstaunliche Aussage.

Was der Vogel sagte und welches Urteil gesprochen wurde, seht ihr auf Seite 3.

Bud, der den ganzen Vorfall offensichtlich beobachtet hatte, sagte seitdem immer die gleichen Worte: "Don't f***ing shoot!" (z.Dt.: "Schieß verdammt nochmal nicht!")

Das klingt ziemlich eindeutig, zumal es keine Spuren gab, die auf einen weiteren Menschen in dem Haus schließen ließen. Allerdings ist es immer gefährlich, die ungesicherte Aussage eines trainierbaren Tieres als Beweis zu verwerten. Schließlich ließ das Gericht den Papagei auch nicht als "Zeugen" zu. Die Jury urteilte dennoch: Es gebe keinen begründeten Zweifel daran, dass Glenna ihren Mann erschossen habe. Und mit Sicherheit hatte auch Buds Aussage ihre Wirkung auf die Jury - wenn auch nicht offiziell.