Er findet einen Tierkadaver - und entdeckt aus Versehen eine neue Art!

Damit hatte er nicht gerechnet.

Ein sieben Meter langes, neu entdecktes Tier? Das kommt selten vor. Und in diesem Fall sorgt die Entdeckung geradezu für einen Skandal: Denn das Tier war schon vorher gesichtet, aber stets falsch identifiziert worden.

Falsch beschriftete Skelette in Museen, eines davon sogar im weltberühmten Smithsonian-Museum: Der neu entdeckte Wal, der 2014 tot am Strand von Alaska gefunden wurde, zwingt Wissenschaftler in aller Welt, zahlreiche Funde von Walkadavern zu überdenken. Denn hier ist etwas geschehen, das es so noch nicht gab: Eine Walart, die noch nie jemand lebendig gesehen hat, wird schon seit Jahren tot an Strände in aller Welt gespült - doch wurde seitdem stets für eine ganz andere Art gehalten und sogar unter deren Namen ausgestellt!

Wie kam es dazu? Ein junger Biologielehrer entdeckte in Alaska den halb im Sand vergrabenen Kadaver eines Wals. Wissenschaftler kamen zu dem Befund, dass es sich dabei zweifellos um einen Baird-Wal, ein Mitglied der Familie der Schnabelwale, handeln musste. Dass das Fleisch des Wales dafür eigentlich zu dunkel war, die Rückenflosse zu groß und das gesamte Tier zu kurz war, wurde in der Hinsicht ignoriert. 

Doch jetzt kamen die Wissenschaftler zu einer unglaublichen Feststellung: Dabei handelte es sich tatsächlich um eine neue Spezies! Und die ist etwas ganz Besonderes... Warum, liest du auf der nächsten Seite!

Das wahre Tier sieht so aus: Doch nur ein paar japanische Hochseefischer haben es jemals in freier Wildbahn erblickt.

Stattdessen wurde festgestellt, dass bereits zahlreiche Skelette seiner Art in Museen aushängen - nur unter dem Titel "Baird-Wal". Hierbei handelt es sich jedoch um eine ganz eigene Spezies aus der Familie der Schnabelwale. Schnabelwale sind Tiefseetaucher und halten sich oft in Tiefen von mehreren Kilometern auf; kein Wunder also, dass diese Walart bisher vollkommen unbekannt war.

Vollkommen? Nein, nicht ganz: Denn in Japan ist der Anblick dieses Schnabelwals zumindest den Fischern wohl nicht unvertraut, denn die haben dort bereits einen eigenen Namen für das Tier: "karasu" - "der Rabe". 

Das neue Tier konnte mit vorherigen Funden in Verbindung gebracht werden, da von diesen Kadavern glücklicherweise immer Proben aufgehoben wurden. Diese wurden mit dem neuen Fund verglichen - und siehe da: Der "Rabenwal" war schon deutlich häufiger in Erscheinung getreten, als alle gedacht hatten!

Die Tatsache, dass ein sieben Meter langes Tier bisher komplett verborgen blieben könnte, beweist wieder einmal, dass wir noch längst nicht alles über unseren Planeten wissen. Wer weiß schon, was sich noch so in den Tiefen unserer Ozeane verbirgt...?