Ausgefallene Haustiere - Besondere Arten für Liebhaber

Der beste Freund des Menschen muss nicht unbedingt immer ein Hund, eine Katze oder ein Hamster sein.

Solange ihre Haltung erlaubt ist, bieten auch ausgefallene Haustiere ihren Haltern Sozialkontakt oder die Gelegenheit für interessante Naturbeobachtungen. Im Folgenden sind einige der außergewöhnlichen Gattungen und ihre speziellen Eigenheiten aufgeführt.

Das Frettchen 

Ausgefallene Haustiere - Besondere Arten für Liebhaber

Das Frettchen stellt die domestizierte Form des Iltis dar und stammt höchstwahrscheinlich vom Europäischen Iltis (Mustela putorius) ab. Frettchenrüden erreichen eine Körperlänge von bis zu 80 Zentimetern, die Fähen hingegen werden nur maximal 60 Zentimeter groß; bei beiden Geschlechtern entfallen etwa ein Viertel der Körperlänge auf den Schwanz des Tieres. Frettchen zeichnen sich durch ihr neugieriges und aktives Wesen aus und entwickeln sich in menschlicher Gesellschaft zu zahmen Hausgenossen. Zukünftige Halter sollten sich vor der Anschaffung unbedingt gut informieren denn so süß die Tierchen auch sind, sie sind ebenso anspruchsvoll in der Haltung.

·         Gehege/Auslauf: Frettchen benötigen viel Bewegung und Aktion. Die Haltung darf nicht nur auf das Gehege oder die Wohnung beschränkt werden, welches viel Abwechslung beinhalten sollte, sondern außerdem auch draussen stattfinden. Regelmäßige Spaziergänge sind Pflicht.

·         Futter: Die Iltisart bevorzugt abwechslungsreiche Nahrung. Es gibt spezielle Produkte für Frettchen, die Halter nach Möglichkeit durch frische Innereien, Eier oder auch gefrorene Küken ergänzen sollte. Frettchen sind wahre Vielfresser, es sollte also am Futter nicht gespart werden.

·         Hygiene: Frettchen lassen sich zumeist problemlos an die Katzentoilette gewöhnen.

Der Leopardgecko

Ausgefallene Haustiere - Besondere Arten für Liebhaber

Die auffälligen Reptilien bewohnen die Steppen- und Graslandschaften in Afghanistan, Pakistan, Syrien und Teilen Indiens. Aufgrund ihrer beeindruckenden Farbzeichnungen und ihrem interessanten Jagdverhalten sind die Leopardgeckos sehr beliebt als Haustiere. In Gefangenschaft erreichen die Tiere ein Alter von bis zu 20 Jahren.

·         Terrarium: Für ein erwachsenes Gecko-Pärchen sollte das Terrarium mindestens 1 Meter in der Länge messen und eine vielfältige Landschaftsgestaltung bieten. Spezieller Sand bildet dabei die Grundlage; Äste, Steine und Pflanzen bieten den Tieren Rückzugsmöglichkeiten. Da Geckos als wechselwarme Reptilien ein definiertes Klima benötigen, sollte das Terrarium zusätzlich mit einer Heizlampe und einem Thermometer ausgestattet sein. Am Tag bevorzugen Geckos Temperaturen von 24 bis 28 Grad; in der Nacht sollten die Werte nicht unter 18 Grad fallen. Da die Tiere dämmerungsaktiv sind, sollte die Beleuchtung an eine Zeitschaltuhr gekoppelt sein, deren Rhythmus einem Tag-Nacht-Wechsel entspricht.

·         Futter: Geckos sind reine Fleischfresser und nehmen, abhängig von der eigenen Größe, Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Käfer oder auch nestjunge Mäuse zu sich. Allerdings sind die Reptilien auf lebende Futtertiere angewiesen; bewegungslose Exemplare wecken nicht ihren Jagdinstinkt. Für den Halter bedeutet dies, dass er neben dem Gecko-Terrarium idealerweise zusätzlich eine Insektenzucht betreibt, oder die lebenden Futtertiere in der Zoohandlung erwirbt. Beim Einsetzen der Futtertiere ins Terrarium ist Vorsicht geboten, andernfalls lebt nach einiger Zeit eine aus entflohenden Futtertieren gebildete Insektenpopulation in den eigenen vier Wänden.

·         Zucht: Wer Leopardgeckos vermehren möchte, sollte die Eier nach der Ablage aus dem Terrarium in einen speziellen Brutkasten umsiedeln. Hier herrscht Tag und Nacht eine konstante Temperatur, die die Entwicklung der Jungtiere optimal unterstützt. Wärmere Bruttemperaturen erzeugen dabei mehr männlichen Nachwuchs, während kühlere Brutphasen zumeist weibliche Tiere hervorbringen.

Das Minischwein

Ausgefallene Haustiere - Besondere Arten für Liebhaber

Durch Auftritte in Film und Werbung entwickelte sich die kleinwüchsige Form unseres Hausschweines zum beliebten Haustier. Den Charme der Tiere machen ihre Intelligenz und die Anhänglichkeit an menschliche Bezugspersonen aus. Was den Platzbedarf anbelangt dürfen Halter sich allerdings nicht von den geringen Dimensionen eines Mini-Ferkels in die Irre führen lassen: Im adulten Zustand erreichen die Tiere ein Gewicht von 65 Kilogramm und übertreffen somit die meisten Hunderassen.

·         Stall: Dass Minischweine dauerhaft in einer Etagenwohnung gehalten werden könnten, ist ein populärer Irrtum. Die Tiere fühlen sich bei einer Temperatur von 15 Grad am wohlsten und benötigen für ideale Lebensbedingungen einen Stall im Freien.

·         Auslauf: Der Auslauf für die kleinen Schweine sollte mindestens 10 Quadratmeter umfassen und eine abwechslungsreiche Bodenbeschaffenheit bieten: Sandplätze, Rasen und Schattenbereiche im Sommer müssen dabei so großzügig angelegt sein, dass die hygienebewussten Tiere getrennte Futter-, Schlaf- und Toilettenplätze etablieren können.

·         Sozialisierung: Minischweine verfügen über ein hohes Sozialbewusstsein und sollten daher mindestens zu zweit gehalten werden. Auch die Orientierung am Menschen als „Leittier“ ist besonders wichtig für ein friedliches Zusammenleben. Ähnlich wie einem Hundewelpen müssen Halter auch ihrem Minischwein Grenzen aufzeigen und es mit Konsequenz erziehen. Tricks und Kniffe wie bei Hunden sind auch machbar. Schweine lernen schnell und gerne; eine gute Methode um den Tieren die Übungen schmackhaft zu machen ist zum Beispiel das Clicker-Training.  

Das Chinchilla

Ausgefallene Haustiere - Besondere Arten für Liebhaber

Die südamerikanischen Nagetiere sind bedauernswerterweise noch immer weltweit als Tier zur Pelzgewinnung verbreitet; allerdings finden sie zunehmend Liebhaber im Hobby-Tierhalter-Segment. Obgleich sie mit ihrem niedlichen Aussehen bestechen, eignen sich die zurückhaltenden Tiere aufgrund ihrer Nachtaktivität kaum für Kinder.

·         Käfig: Chinchillas verfügen über einen starken Trieb zum Klettern und Springen, sodass die Voliere für ein Pärchen mindestens einen Kubikmeter umfassen sollte. Da die Tiere außerordentlich sozial orientiert sind, kommt eine Einzelhaltung für Chinchillas kaum infrage. Wichtigste Einrichtungsgegenstände im Chinchillakäfig bilden die Kletteräste, Nagematerial, eine Schlafhöhle, in der sich die Tiere am Tag zurückziehen können, sowie ein Sandbad.

·         Futter: Das Futter für Chinchillas sollte dem spärlichen und rauen Klima entsprechen, das ihre Ursprungsheimat ausmacht. Ideal sind reichlich Heu und spezielles Pelletfutter – Nüsse, Früchte und Grünfutter sollten aufgrund ihres Energiereichtums eher spärlich verfüttert werden.

·         Pflege: Die Tiere reinigen ihr extrem feines Fell täglich, indem sie sich in Spezialsand wälzen, wobei sie zudem Stress abbauen können. Obgleich ihr flauschiges Aussehen dazu verleitet, sollte man Chinchillas nicht streicheln, da das menschliche Hautfett das feine Fell verklebt und mit der Zeit ungepflegt werden lässt.

Fazit

Gegenüber Hund und Katze wirken einige Reptilien und Nager durchaus exotisch. Im Vergleich mit Zukunftsvisionen, in denen unsere Hausgenossen ein rein computergesteuertes Innenleben besitzen, erscheinen jedoch selbst die fremdartigsten Haustiere durchaus naturverbunden.